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Alles so wie immer

Die Welt schläft, kaum ein Geräusch stört die Nachtruhe über dem Tal, als meine Mutter mich weckt. Das Licht der Glühbirnen scheint unwirklich, weit weg, zwischen Traum und Wirklichkeit. Die Kleidung, der Rucksack, alles liegt bereit zum Aufbrechen - am Vortag in weiser Voraussicht zurechtgelegt. Vorfreude vermischt sich mit den letzten Fetzen der Abenteuer im Traum. Die Sterne stehen klar am kühlen Herbsthimmel, noch keine Spur der Dämmerung am östlichen Himmel während wir auf das Auto unserer Freunde warten. Um neun Uhr wollen wir vor dem Eingang stehen, sie sagen, auf diese Weise könnten wir von den Hauptattraktionen profitieren, bevor die grosse Masse den Park stürmt, dafür klettern wir nun ins Auto. Ich bin froh, nicht erwachsen zu sein und selbst steuern zu müssen. Vielleicht würde ich auf der langen Fahrt etwas Schlaf kriegen.
Die Kassette ist in den Walkman eingelegt, französischer Hip-Hop, Sens Unik, eine Erinnerung an die Französischwoche in Lausanne und immer wieder dieses Lied, das ich bloss als Füller mit aufgenommen hatte:

Quoiqu’on fasse, quoiqu’on dise…

Zusammen mit den fantastischen Vier. Sphärisch, ein leichter Beat trägt die Musik durch die Nacht und verschmilzt mit dem sanften Rumpeln der Strasse unter mir. Bald schon kommt der erste Tunnel und es wird hell, aber nicht Tag und man merkt, dass es draussen noch dunkel ist. Die Strasse gehört uns um diese Zeit in der Früh bevor die Lastwagen sie zurückerobern. Ein paar gutgekleidete Menschen, wahrscheinlich Pendler, überholen uns in ihren Mercedes und BMWs. Die Nase ans Fenster gedrückt, die Musik im Hintergrund zieht die Welt an mir vorbei, in Dunkelheit, bis im Osten die Sterne langsam von den ersten Boten der Dämmerung verschluckt werden.
In Basel machen wir halt, die Füsse vertreten, hinein in die Autobahnraststätte mit dem Flutlicht, das die Nacht zum Tag machen soll und doch nur schafft, sie kalt und unwirklich zu machen. Im Mittelland liegen Nebelbänke über den Flussläufen, gespenstisch, Frühherbst. Bald kommt die Grenze, die Sterne schwinden. In Deutschland gibt es die Geschwindigkeitslimite nicht mehr. Das Auto braust nordwärts. Auf beiden Seiten Monotonie, Bäume, Felder, Wiesen und Hügel, ein paar Siedlungen in der Ferne. Der Osthimmel ist rot gefärbt, die Sonne ist nicht mehr weit.

L’homme a découvert la pierre, découvert le feu,
découvert la lune, la lumière découvert la roue,
puis tout à coup, l’homme a découvert qu’avant lui,
la nature avait déjà découvert tout.
Alors, l’homme a découvert
comment faire du tord à la nature,
se persuadant ainsi qu’il est le plus fort,
sors de ce cercle vicieux.
La vie n’est pas un jeu, pas un jouet
que l’on peut manipuler à souhait.
L’histoire par le passé n’a cessé de nous prouver
qu’elle pouvait nous effacer.
L’homme a découvert la science,
laissons-lui du temps pour faire ses expériences
s’il pense que malgré toutes ses prouesses,
le cri de la nature revient sans cesse.


Ich verstehe nicht, wovon die Rapper sprechen, doch die Musik dringt ein, verwandelt. Die Sonne steigt empor, im Osten bis sie ganz am Himmel ist und die Felder überstrahlt, goldgelbes Morgenlicht im Oktober. Die Bäume nicht mehr grün, doch noch nicht herbstbunt wie sie bald sein werden. Freiburg im Breisgau liegt vor uns, der Park bald dahinter. Wir liegen gut in der Zeit, kein Stau hat uns gebremst, zu früh sind wir losgefahren und zu spät hier angekommen.

Und plötzlich sind wir da. Eine Ausfahrt, ein kurzer Weg, bereits thronen die Schienen der Achterbahnen, Euro-MIR über der Strasse, daneben das Ressort-Hotel umgeben von hohen Zäunen mit Stacheldraht.

Quoiqu’on fasse quoiqu’on dise
tu n’en fais qu’à ta guise
et tu sais que pourtant…
Le cri de la nature, revient sans cesse.


Vor dem Eingang stehen die Menschen Schlange, Männer, Frauen, vor allem Eltern mit Kindern. Gekommen, um sich zu amüsieren, der Welt zu entfliehen oder sich zu erholen? So viele Menschen, die nur darauf warten, hineinzuströmen in die Welt die dahinter liegt, die Welt, die magisch sein soll, der Kindheitstraum von Süssigkeiten und Spass. Fast schon erwarte ich, dass etwas Wundersames passiert, dass Feenstaub vom Himmel regnet und uns verwandelt, in ein Paradies entführt.
Das Tor geht auf, die Leute drängen, einige rennen, links und rechts Clowns und Menschen in Mauskostümen, Souvenirshops soweit das Auge reicht. Wir gehen in den italienischen Teil, ein italienisches Dorf, eine Piazza, die nicht existiert, eine Pizzeria neben der anderen und in der Ecke die Gelateria, die echtes italienisches Eis verkaufen will. Die Geisterbahn soll es sein, die Freunde sagen, sie sei gruselig. Wir gehen hinein, es wird dunkel; wir steigen in fahrende Sessel und betrachten das groteske Puppenspiel, das ununterbrochen von der kaum sichtbaren Mechanik angetrieben wird – und doch, und doch die Mechanik – und das Lied hängt mir nach, obwohl der Walkman im Auto geblieben ist:

Letzte Nacht warst du der Hecht echt gut dabei
nach zwei, drei Gläsern heiter
weiter gings mit Drinks die Leiter hoch
vergessen war das Loch,
aus dem du noch, vor ein paar Stunden krochst
doch, hochglanzpoliert, parfümiert
was vorher noch nach Gosse roch,
hypnotisiert durch den Bass der aus den Boxen pocht
wie der Puls der Zeit dem du entfliehen willst
weil du lieber chillst, wie das Eis das im Glas schmilzt
doch deine Lässigkeit war nichts ausser Essig weil
Wahrheit grässlich ist und der nächste Morgen hässlich ist
Sieh im Spiegel dein Gesicht
Glück blättert ab, Realität kommt zurück und bleibt da.


… Realität kommt zurück und bleibt da. Die bunten Lämpchen, die auf die Attraktionen aufmerksam machen sollen, verblassen im Licht der Morgensonne. Wo ist die Magie? Alles ist automatisch, die Bahnen, die Menschen, das Gelächter. Das einzige was lebt sind die Besucher, die Schreie der Frauen und Männer auf den schnellen Achterbahnen, das Weinen der Kinder, die noch müde sind und die Magie fiel ab und verschwand. Kein Zauber, keine Freude, keine Inspiration – ein Herbstmorgen, wie er klarer kaum sein könnte, die Sonne scheint auf uns herab und es wird wärmer. Ab und zu überfliegen Kampfflugzeuge den Park, die amerikanische Luftwaffenbasis liegt Nahe – wohin sie wohl fliegen?
Wir lassen uns durch den Wildwasserkanal treiben und werden nass. Die Hose klebt an den Beinen und es ist unangenehm bis sie wieder trocken ist. Es wird Mittag und der Magen meldet sich und das Klo ruft. Banal. Wo ist der Ort an dem man dem Alltag entflieht?

Jede Stunde ist zu lang,
zu lang brauchen Sekunden und Minuten
um zu wachsen, sich zu dehnen
um dann endlich zu vergehen
und ich dreh’ noch ‚ne Runde
und mein Gang ist zäh und schwer
geh’ hin und her
und mein Kopf ist leer
weil er nicht vergisst wie du bist
wie es war, wie du sagst
dass es nichts mehr mit uns ist
und ich schau hinaus und ich seh das Leben gehen
und kann verstehen wenn einer sagt
es fällt ihm schwer einen Sinn darin zu sehen
und ich seh die Menschen gehen vor meiner Nase entlang
auf meiner Strasse entlang
so lange bis der Bus kommt und geht und kommt und geht und kommt und geht
und ich sitz hier mit dem Beat der Vier auf meinem Zimmer
und draussen ist es Tag
Und es ist alles so wie immer.


Und es ist alles so wie immer. Die Sonne scheint und geht gegen Westen zu, der Park wird bald schliessen und die Fahrt nach Hause ist lang. Ich schlafe und träume, die Musik in meinen Ohren und erinnere mich. Die Bilder verschwimmen, Dinosaurier, Skelette, rasante Fahrten – da ist der Feenstaub.



(kursive Stellen: © by Sens Unik und die fantastischen Vier „Alles so wie immer“)
Erinnerungen an eine denkwürdige Fahrt in den Europapark Rust
6.2.06 00:41


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Altes Tape

Ich habe ein altes Tape von mir ausgegraben, meine Radioaufnahmen von November-Dezember 1996. Ist ziemlich lustig, was da alles drauf ist. Eins ist klar: Die Hitparade war damals nicht besser als sie heute ist und mein Musikgeschmack jedoch schon, hoffe ich jedenfalls.

Nun denn, hier sind die Titel.

1. Mr President - Show me the way to your heart
Fängt ja gut an. Die obligate Weihnachtsschnulze der Sommerhitband. Langweilig, öde... und mir hat sie damals scheinbar gefallen, sonst hätte ich sie nicht in voller Länge aufgenommen.

2. Faithless - Salva Mea (Ausschnitt)
Faithless höre ich heute noch gerne, zumindest einige ihrer Stücke. Damals allerdings schienen sie mir noch weniger gefallen zu haben, denn ich hab nur eine kleine Stelle aufgenommen.

3. Faithless - Insomnia (Ausschnitt)

4. Warren G. - What's love got to do with it (Ausschnitt)
Ein Tina Turner Cover, typisch für die damalige Zeit, eine Frau singt den Refrain und ein Rapper erzählt dazwischen irgendwas. *gähn*

5. Donna Lewis - I love you always forever

6. Spice Girls - Say you'll be there (Ausschnitt)

7. Top 10 Schnelldurchlauf
(Nummer 1 sind die Backstreet Boys mit Quit playing games with my heart)

8. Riff aus US3 - Cantaloop
Aber damals wusste ich noch nicht einmal, wie der Song heisst. (Es war der Jingle für eine Sendung) geschweige denn kannte ich das "Original" von Herbie Hancock.

9. Alicias Attic - Alicia rules the world

10. The Cardigans - Say that you love me

11. Backstreet Boys - Quit playing games with my heart (Ausschnitt)
Ja, verrückte Teenager, nicht? Ich besass das Album der Backstreet Boys, auf dem dieser Song drauf ist. Ich besass die Weihnachtsspezialausgabe dieser Single. Und doch nehme ich einen Ausschnitt des Songs vom Radio auf. Verstehe, wer wolle... ich verstehs nicht mehr. Aber damals muss es wohl einen Sinn gehabt haben.

12. That's the way love goes (Ausschnitt)

13. Whitney Houston - Step by step

14. Mr. President - Show me the way to your heart
again... ich muss den Song ja wirklich gemocht haben. *würg*

15. Top 10
(Nummer 1 sind immer noch die Backstreet Boys)

16. You give me all I need (Ausschnitt)
Muss von irgendeiner Boygroup sein - keine Ahnung welche

17. Züri West - I schänke dir mis härz
Wenigstens mal ein guter Song! Einer der Klassiker des Mundartrock.

18. Backstreet Boys - Quit playing games with my heart (Ausschnitt)
Nicht das letzte Mal...

19. Top 10
(Nummer 1 sind jetzt TicTacToe mit "Verpiss dich" und unser lascher Hitparadenmoderator hat nicht mal einen Witz gemacht, von wegen, "sie sagen "verpiss dich" und die Backstreet Boys haben sich verpisst... aber ich denke, damals hätte ich das als Fan auch nicht witzig gefunden. Der Moderator war trotzdem eine Katastrophe. Der hat das alles so ernst genommen. Und hinterher hat er ein Lied aufgenommen, aber Erfolg hatte er keinen)

20. Spice Girls - Two become one
Muss ich erwähnen, dass ich damals kein Englisch konnte und nicht verstand, wovon die Spice Girls hier singen?

Ende der ersten Seite

21. DJ Bobo - The color of freedom
Jaja - der Bobo. Ich mochte den eigentlich nie wirklich. Aber ich schätze, ich hab den Song entweder aufgenommen, weil es eine exklusive Radiopremiere war - oder weil die Backstreet Boys als Vorgruppe mit DJ Bobo auftraten, gerade als sie ihren Durchbruch hatten. Das war übrigens wohl auch eines der ersten Male, dass die Vorgruppe mehr Fans anlockte als der Hauptact. Bitter.

22. Backstreet Boys - We've got it going on (Ausschnitt)
Dumm, dumm, dumm...

23. Toni Braxton - Unbreak my heart
Superschnulze, die ich damals unglaublich toll fand. Ich hab sogar das Album von der.

24. Backstreet Boys - Quit playing games with my heart (Ausschnitt)
...

25. Top 10
(Verpiss dich ist immer noch auf der Nummer 1)

26. Backstreet Boys - I wanna be with you (Ausschnitt)

27. L-Vis - In the Ghetto (sehr kurzer Ausschnitt)
Genau, irgendso ein Rapper, der einen Elvissong covert

28. Spice Girls - two become one (Ausschnitt)

29. X-Perience - A neverending dream (Ausschnitt)

30. (?) - Freed from desire (Ausschnitt)

31. N'Sync - I want you back (Ausschnitt)
Warum hab ich die aufgenommen? Ich hab die doch gehasst?!

32. Backstreet Boys - Quit playing games with my heart
Uff, das letzte Mal. Wird auch Zeit, ich kann diesen verdammten Song nicht mehr hören. Keine Sekunde.

33. Top 10
(Neu auf Platz 1 ist jetzt Toni Braxton mit Unbreak my heart)

34. Toni Braxton - Unbreak my heart

35. Resultate des "Hit Poll '96"
Take That (in memoriam, die haben sich 1996 aufgelöst), Mark Owen und die Backstreet Boys dominieren alles, und N'Sync. Aber das hab ich mir nicht mehr ganz angehört.

Ach ja - ich war damals 14 Jahre alt.
8.2.06 23:59





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