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Konzert der Kaiser Chiefs in Fribourg

The Chalets, We are Scientists und Kaiser Chiefs als Hauptact standen auf dem Programm. Das Ganze fand im Fri-Son in Fribourg statt, weshalb ich mich zuerst mit meinen Schwestern getroffen habe und wir in der WG meiner Schwester überbackene Nudeln mit Tomatensauce gegessen haben. (War sehr lecker ) Nun, gerade dann, als wir vom Bahnhof zum Konzertsaal gehen wollten, regnete und stürmte es was es konnte und es war nicht sehr angenehm. Es hiess, Türöffnung wäre um 21 Uhr und wir standen 21.05 vor der Tür, aber da es nunmehr ausverkauft war, mussten wir noch etwa 20 Minuten anstehen, bis wir nur drin waren. Anschliessend mussten wir nochmals eine halbe Stunde warten, bis wir unsere Jacken an der Gardarobe abgeben konnten, weil es genau zwei Leute gab, die an der Gardarobe arbeiteten und die auch nicht gerade in atemberaubenden Tempo.

Das Resultat war, dass wir die erste Vorband "the Chalets" leider ganz verpasst haben. Dafür waren wir dann bei "We are Scientists" schon ziemlich weit vorne. Die Band ist auch nicht schlecht, aber sie hatten leider nur ein 20-minütiges Set, weshalb wir nicht viel von ihnen gehört hatten.

Dann hiess es nochmals 40 Minuten warten. Wir nutzten die Gelegenheit, noch weiter nach vorne zu kommen und standen zu Beginn des Konzertes schliesslich fast vor der Bühne, obwohl ein ziemliches Gedränge herrschte. (Deshalb gingen wir dann auch nach dem zweiten Song ein bisschen weiter nach hinten) Sie spielten all die Songs der CD (die ich in Schottland gekauft hatte) und noch ein paar zusätzliche Songs, es war toll, weil ich überall mitsingen konnte. Im Gegensatz zu den meisten anderen "Indie"-Bands spielt der Sänger der Kaiser Chiefs kein zusätzliches Instrument. Das hat natürlich den Vorteil, dass er sich ganz dem Publikum widmen kann.
So kam es dann auch, dass er während eines Songs plötzlich nicht mehr auf der Bühne stand. Wir dachten halt, dass er gerade zwischen der Bühne und der Abschrankung befände - bis es ein Gedränge gab ("Können die sich nicht entscheiden, ob sie vorne bleiben wollen oder nicht?") und der Sänger plötzlich zwischen meiner Schwester und mir stand. Meine Schwester ist ziemlich erschrocken, weil sie erst nicht begriffen hat, was los ist. Er kam dann während dieses Songs noch ein zweites Mal bei uns vorbei. So nahe kommt man einem Sänger selten. *g Und meine Schwester hat eine Geschichte, die sie noch lange erzählen kann.

Nun, die Kaiser Chiefs sind sicher nicht die musikalisch anspruchsvollste der "Indie"-Bands, aber sie sind auf jeden Fall eine Party-Band und ihr Konzert ein Erlebnis! Ich war nach dem Konzert nassgeschwitzt und fürchtete, wieder heiser zu werden. Wir haben getanzt und geschrien und mitgesungen - Schade, dass sie bereits nach 1 1/4 Stunden fertig waren. (Aber sie haben nun mal erst ein Album und sie haben bis auf zwei Zusatzstücke einer EP, alle Songs gespielt, die ich kenne und einen, den ich nicht kannte)

Ich hab mir nach dem Konzert dann auch noch ein T-Shirt gekauft. Weil das Konzert genial war und weil ich die Band einfach mag. Obwohl ich sie schon vor unserem Schottland-Urlaub gekannt habe, ich habe das Album trotzdem dort gekauft und verbinde sie deshalb auch etwas damit.

Hoffentlich kommen sie bald wieder in die Schweiz.
8.3.06 01:09


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Eier ausbrüten

o.k. das passt jetzt gar nicht zum Ton meines restlichen Blogs. Ich hab gerade diese Eier gefunden, aus denen früher oder später was schlüpfen soll und weil ich nicht wusste, wohin damit, landeten sie eben hier. So einfach ist das:

This egg hatches on 04/05/06! Adopt one today! This egg hatches on 04/05/06! Adopt one today! This egg hatches on 04/05/06! Adopt one today! This egg hatches on 04/05/06! Adopt one today! This egg hatches on 04/05/06! Adopt one 
<br />
<br />Jetzt bin ich mal gespannt, was daraus wird. <img src=
21.3.06 01:07


Sprachen lernen

Seit ich zum ersten Mal bewusst wahrgenommen hatte, dass es verschiedene Sprachen gibt und nicht alle Menschen einfach Deutsch (oder gar Schweizerdeutsch) sprechen, wollte ich die anderen Sprachen auch sprechen können. Wie Kinder halt so sind, habe ich zusammen mit meinen Geschwistern versucht, die Sprachen nachzumachen oder haben mit einem völlig ernsten Gesicht vor uns hin gebrabbelt.

Aber der Wunsch, die anderen Sprachen auch zu beherrschen, war immer da, manchmal im Hintergrund, manchmal im Vordergrund. Aber wie ich nun mal bin, ich wollte die Sprachen nicht lernen, ich wollte sie können. Wie oft habe ich davon geträumt, eines morgens aufzuwachen und zu merken, dass ich Französisch kann...

Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich ausser meinen Schulsprachen bisher keine weitere zu lernen angefangen habe. Ich wollte die Sprachen, die ich lerne, wirklich beherrschen. Ich wollte das Ziel erreichen, das ich als Kind immer vor mir sah: In einem fremden Land in ein Geschäft zu treten, meine Einkäufe erledigen, mit den anderen Kunden oder der Verkäuferin sprechen, als spräche ich Deutsch, normale Gespräche mit Freunden oder Fremden führen, als wäre es meine Muttersprache.

Seit vier Jahren studiere ich nun auf Französisch und ich bin dem Traum sehr nahe gekommen. Meine Kenntnisse sind nicht perfekt, es wird nie genau so sein, wie wenn ich Deutsch spreche. Kleine Unsicherheiten, unbekannte Wörter... wird es noch lange geben. Aber dennoch, es ist ein gutes Gefühl zu merken, dass man einen seiner Kindheitsträume erreicht hat. Mit harter Arbeit, ja, aber die doch im Nachhinein leichter und wunderbarer erscheint als sie einem damals vorkam.

Es wird Zeit, dass ich anfange, Italienisch zu lernen.
22.3.06 22:52


Hogwarts Hausanalysen - Teil 1: Ravenclaw

Ravenclaw

Der „sorting hat“ sagt uns folgendes über Ravenclaw:

1. Buch:
Or yet wise old Ravenclaw
If you’re a ready mind,
Where those of wit and learning,
Will always find their kind

4. Buch:
Fair Ravenclaw, from glen

For Ravenclaw, the cleverest
Would always be the best

5. Buch:
Said Ravenclaw, “We’ll teach those whose
Intelligence is surest

And only those of sharpest mind
Were taught by Ravenclaw

Zuerst also “wise” – obwohl es in diesem Kontext wohl mit „weise“ übersetzt werden sollte, finde ich es interessant, dass das Wort auch lediglich „klug“ heissen kann. Denn obwohl Ravenclaw als die weiseste der Gründer gilt, ist es doch Gryffindor, der die Idee hat, den „sorting hat“ zu kreieren. Das kann darauf hindeuten, dass Ravenclaw keine Person war, die sich besonders aktiv an Rivalitäten beteiligt – eine allgemeine Passivität scheint nämlich auch bei den heutigen Ravenclaws noch vorhanden zu sein. Ich habe im 5. Band nicht genau nachgeschaut, aber mir scheint, als würde sich kein Ravenclaw wirklich öffentlich hinter Harry stellen, in der Art, wie es z.B. Ernie Macmillian oder einige Gryffindors tun. Ja, ich weiss, Luna – aber Luna scheint einfach sagen zu wollen, dass sie ihm glaubt, ohne damit etwas anderes bewirken zu wollen.
Es ist in diesem Zusammenhang interessant zu vergleichen, wie Ernie Macmillian Harry seine Loyalität verkündet (der Hufflepuff) und wie es Luna und Cho tun. Ernie meldet sich etwas pompös, aber doch auf eine Art in der Qualität, die das Haus Hufflepuff schätzt: Seinen Freunden gegenüber loyal zu sein und zusammenzuhalten. Luna hingegen sagt es einfach so, wie sie es wahrscheinlich auch dem Autor eines Quibbler-Artikels nach einem misslungenen öffentlichen Vortrag sagen würde: sie glaube ihm. Cho sagt es Harry persönlich, aber nicht sofort vor allen Leuten, als würde sie sich davor fürchten. Die politische Motivation, die hinter Ernies Loyalitätsbekundung steht, fehlt bei Luna völlig und Cho scheint zu schüchtern dafür zu sein.

Ja, es ist kein Zufall, dass Marietta, eine Ravenclaw, die DA letztlich verrät. Man könnte fast sagen, es ist eigentlich dumm von Harry und Ron, erst zu glauben, es könnte Zacharias Smith gewesen sein. Ein Hufflepuff! Denn auch wenn er sich nicht gerade durch Fairness auszeichnet, Loyalität scheint das Hauptmerkmal von Hufflepuff zu sein. Von dem Zeitpunkt an, an dem Zacharias seinen Namen auf den Zettel geschrieben hat, konnte man eigentlich erwarten, dass er die DA zumindest nicht verrät. „Mitgegangen, mitgehangen“. Solche Gedanken scheinen Ravenclaws eher nicht zu haben. (Was auch die Konstruktion der Häuser logisch macht, neben der Opposition Gryffindor/Slytherin habe ich mich immer gefragt, wie es mit Hufflepuff und Ravenclaw steht. Obwohl die beiden Häuser keine Rivalität untereinander zu haben scheinen (das liegt wohl nicht so in ihrer Natur), sind sie doch das Gegenteil voneinander.) Buch 5 ist eine gute Informationsquelle für die Charaktereigenschaften der Häuser.

Die Ravenclaws scheinen auch eine gewisse Ehrlichkeit an sich zu haben. Wir hören z.B. nie von Hufflepuffs, dass sie Hagrid einen schlechten Lehrer finden, die Slytherins würden ihm nie im Leben eine Chance geben, die Gryffindors finden ihn nicht besonders gut - aber zumindest jene, die mit dem Trio gut auskommen, halten ihre Kritik zurück – wir erfahren nur von Luna, dass „sie in Ravenclaw“ ihn nicht für einen guten Lehrer halten. Sicher auch ein Zeichen von Lunas Direktheit, aber ich glaube, ebenfalls charakteristisch für eine Ravenclaw. Die Klügsten, mit dem schärfsten Verstand, die der „sorting hat“ nach Ravenclaw steckt, schalten ihren Verstand offensichtlich nicht aus, wenn es um die Lehrer geht. Ich kann mir vorstellen, dass viele von ihnen die Initiative des Ministeriums, die Lehrer zu beurteilen, grundsätzlich begrüsst hätten, aber vielleicht nicht mit der Person Umbridges als Inquisitorin.

Ein Aspekt von scharfem Verstand jedoch scheint den Ravenclaws ganz und gar zu fehlen – nämlich jenen Teil, der Slytherin ausmacht - „cunning“; Durchtriebenheit, List. Wir haben bisher keine Ravenclaws dabei beobachten können, wie sie grosse, durchdachte Pläne umsetzen um zu ihrem Ziel zu gelangen. Wäre Marietta z.B. eine Slytherin gewesen, hätten wir davon ausgehen können, dass sie die DA nicht einfach bei Umbridge verraten hätte, sondern dass alles mit einem listigen Plan aufgeflogen wäre. Ich weiss nicht, wie dieser Plan genau ausgesehen hätte – aber Voldemort und in kleinerem Masse auch Malfoy geben uns einen Hinweis, wie ein gut ausgearbeiteter Plan funktioniert. Dagegen scheint Mariettas Verrat kein besonderer Hinweis auf diese Art von Intelligenz zu sein.

Ich habe den Eindruck, dass dieser blinde Punkt für die Macht- und Intrigenspiele durchaus typisch für die Ravenclaws ist. Vielleicht ist es kein Zufall, dass Professor Flitwick jener war, der von Snape hinterrücks verhext wurde, als er ihn hat um Hilfe bitten wollen. Flitwick gilt als brillianter Duellist, aber er hat offensichtlich nicht erwartet, von Snape angegriffen zu werden. (Gut, fairerweise müssen wir sagen, dass der ganze Rest auch nicht darauf vorbereitet gewesen wäre. Trotzdem frage ich mich, ob sich McGonagall ebenfalls hätte überrumpeln lassen.)

Hingegen kann man den Ravenclaws weder die Intelligenz noch einen Lernwillen, eine wissenschaftliche Neugier, absprechen. Nicht nur werden diese Qualitäten vom „sorting hat“ besonders hervorgehoben – sie zeigen sich auch gerade in Luna besonders stark. Luna glaubt dem Quibbler – das kann man als Verblendetheit wahrnehmen – andererseits zeugt es aber auch von einer gewissen Neugier, sich mit den übrig gebliebenen Mysterien der Welt zu befassen. Sie erzählt schliesslich, dass sie mit ihrem Vater nach Norwegen fahren will um irgendeine dieser seltsamen mythischen Kreaturen zu erforschen. Es reicht ihr nicht, bloss an die Existenz dieser Kreaturen zu glauben – sie möchte schon beweisen, dass es sie gibt. Bei Cho ist diese Qualität nicht so sichtbar – mir fällt jedenfalls gerade keine Szene ein – aber sie müsste eigentlich irgendwo zu sehen sein, wenn man die DA-Sequenzen nochmals durchlesen würde.

Also, abschliessend würde ich sagen: die Ravenclaws sind klug, intelligent, vielleicht weise. Auf jeden Fall neugierig und im Kern ehrlich, sich selbst und anderen gegenüber. Gleichzeitig mangeln ihnen die drei Hauptqualitäten der anderen Häuser: Loyalität, Durchtriebenheit und Mut. Ich glaube, ein Ravenclaw kann sehr wohl mutig sein, wenn er von einer Sache überzeugt ist. (Lunas unausweichliche Überzeugung von ihren abstrusen Theorien kann z.B. als eine Art von Mut gesehen werden. Auch Cho, die nach Cedrics Tod ausgerechnet mit Harry ausgeht, zeigt Mut, dies zu tun. Ihre Art von Mut kommt mir aber nicht vor wie der Mut der Gryffindors. Es ist kein Mut, der reflexartig kommt, er ist wohlüberlegt) Loyalität kann es unter Freunden sicher geben, sie scheint jedoch sehr von äusseren Faktoren abhängig und nicht so bedingungslos zu sein, wie sie z.B. bei Hufflepuff gefordert wird, oder auch zwischen heldenhaften Gryffindors vorkommt. Durchtriebenheit scheint den Ravenclaws abzugehen – ihre Intelligenz verwenden sie lieber für reine Lernzwecke als für Machtspiele. Ihre Neugier ist rein, nicht von Machtstreben verdorben. Das lässt sie im Prinzip zu idealen Manipulationsobjekten für den aufstrebenden Slytherin zu machen. Dennoch haben wir diese Kombination bisher noch nicht erlebt. Vielleicht liegt des daran, dass die Ravenclaws auch am ehesten an Regeln glauben und man sie schwer davon überzeugen kann, diese zu brechen. Ich bin mir da aber nicht sicher, ob wir uns hier bereits auf Klischeekurs befinden.

Wenn wir die Art Entscheidungen zu treffen, charakterisieren würden, so ist klar, wie ein Ravenclaw arbeitet – sie sind in erster Linie Kopfmenschen, vielleicht auch zuweilen mit etwas Hilfe des Bauches (Luna auf jeden Fall). (Es gibt symbolisch: Kopf (Verstand), Herz (Gefühl) und Bauch (Intuition) – es handelt sich hier um Idealtypen. Kein Mensch trifft seine Entscheidungen ausschliesslich mit einem der drei symbolischen Organe, aber es kann mitunter sinnvoll sein, sie zu unterscheiden um den Einfluss der einzelnen Punkte zu erkennen).
27.3.06 01:51


Hogwarts Hausanalysen - Teil 2: Hufflepuff

Hufflepuff

Was der „sorting hat“ über Hufflepuff sagt:

1. Buch

You might belong in Hufflepuff,
Where they are just and loyal,
Those patient Hufflepuffs are true,
And unafraid of toil

4. Buch

Sweet Hufflepuff, from valley broad

For Hufflepuff, hard workers were
Most worthy of admission

5. Buch

Said Hufflepuff, “I’ll teach the lot,
And treat them just the same.

Good Hufflepuff, she took the rest,
And taught them all she knew.

Wenn man sich die Liste so durchliest, erscheint einem die Zulassung zu Hufflepuff etwas zwiespältig: Einerseits sind die Grundvoraussetzungen, um ein guter Hufflepuff zu sein, sehr hoch, andererseits gibt es die Aussage, dass die gute Helga „den Rest“ genommen hat, der in keines der anderen Häuser passt.
Aber fangen wir von vorne an: Allein die fünf Eigenschaften, die beim ersten Lied des Hutes genannt sind, erscheinen mir sehr anspruchsvoll. Es muss ein guter Mensch sein, der gerecht, loyal, geduldig und treu ist und ausserdem keine Angst vor der Anstrengung hat. Diese Eigenschaften sind ausserdem breiter gefächert, als was z.B. für Ravenclaw gefordert wird. Der Grund, warum Hufflepuff den Rest nimmt, ist nicht, weil sie selbst keine Eigenschaften bevorzugt hätte (im 4. Buch sagt der Hut, harte Arbeit würde für sie zählen), sondern dass jene Eigenschaften, die Hufflepuff auszeichnen, sie dazu geführt haben, alle gleich zu behandeln.

Es macht niemanden zu einem besseren Zauberer oder besseren Menschen, wenn er besonders listig, mutig oder intelligent und damit zur Aufnahme in eines der anderen drei Häuser berechtigt ist. Ich habe sogar das Gefühl, dass die eigentlichen „Gutmenschen“ besonders gut nach Hufflepuff passen. (Ja, ich weiss, heutzutage ist „Gutmensch“ ein Schimpfwort – aber das passt vielleicht ganz gut zu Hufflepuff.)

Obwohl die erste genannte Eigenschaft „gerecht“ ist, würde ich „loyal“ als die Haupteigenschaft des Hauses Hufflepuff bezeichnen. Diesen Punkt habe ich ja bereits in meinem Ravenclaw-Text aufgezeigt: Ein Hufflepuff, der sich einer Person gegenüber verpflichtet, fühlt sich damit gebunden, die Verpflichtung einzuhalten – egal, in welche Schwierigkeiten ihn diese Verpflichtung später bringt oder bringen könnte. Ein Beispiel ist natürlich Cedric – er fühlt sich Harry gegenüber verpflichtet, sich für den Tipp mit den Drachen zu revanchieren. Im Labyrinth wiederum will er sich bei Harry dafür bedanken, dass er ihn vor der Spinne gewarnt hat. Obwohl die Regeln des Wettkampfes lauten, dass der erste, der den Pokal erreicht, gewinnt, besteht Cedric darauf, fair zu spielen. Das ist einerseits ein Ausdruck von einem guten ausgebildeten Sinn für Gerechtigkeit, aber eben auch Loyalität gegenüber seinem Helfer, einer, der sein Wort hält. Ich setze deshalb Loyalität über Gerechtigkeit, weil ich Zacharias Smith nicht als einen sonderlich gerechten Charakter wahrnehme. Sein Kommentar des 1. Quidditch-Spiels im 6. Band ist alles andere als fair und unvoreingenommen. Dennoch, Zacharias ist nicht die Person, die die DA verrät. Und er wäre kein Hufflepuff, wenn er es tun würde. Man kann den Quidditch-Kommentar so auslegen, dass er einerseits die Leute im Gryffindor-Team nicht sonderlich mag, andererseits aber auch, dass er es vielleicht als gefährlichstes Team im Kampf um den Pokal sieht. Loyalität gegenüber seinem Team würde dann gebieten, den schwierigeren Gegner zu demoralisieren. Denn obwohl Hufflepuff gerecht ist, scheint die Loyalität gegenüber den Freunden und dem Haus wichtiger zu sein als formell festgelegte Regeln. Ein weiteres Zeichen dieses bedingungslosen Zusammenhalts ist auch das Verhalten der Hufflepuffs im 2. Buch, als sie Harry für den Erben Slytherins halten und glauben, er hätte einen der ihren – Justin Finch-Fletchley – als sein nächstes Opfer auserkoren. Sie verteidigen ihren Freund, halten zusammen – aber Ernie Macmillian entschuldigt sich auch sofort, als Hermione angegriffen wird und er merkt, dass er Harry zu Unrecht verteidigt hat, loyal und gerecht.

Es ist kein Wunder, dass Hufflepuff von vielen Lesern herabgewürdigt und belächelt wird und auch innerhalb der Geschichte von den verschiedenen Charakteren als Verlierer angesehen werden. (Malfoy würde sich schämen, in Hufflepuff zu sein und als Cedric Hogwarts Champion wird, heisst es, dass Hufflepuff besonders stolz darauf sei, weil sie sonst schon wenig Aufmerksamkeit erhalten) Es ist auch im „wahren Leben“ oft so, dass die Gesellschaft stark auf diese stillen, hart arbeitenden Menschen zählt, die leise und loyal ihre Arbeit erledigen. Sie sind nicht glamourös und stehen selten im Rampenlicht – doch ohne sie würde es nicht funktionieren. Ein „wahrer“ Hufflepuff-Charakter lässt sich auch nicht leicht dazu verführen, etwas zu tun, das er selbst nicht verantworten kann. Ich denke, sie sind die Personen, deren Freundschaft man sich nur wünschen kann. Wie wir bei Zacharias Smith sehen, sind sie durchaus auch bereit, Kritik zu üben – ohne jedoch deshalb den Kritisierten gleich ihr Vertrauen zu entziehen.

Es ist wahrscheinlich dieser Mangel an Rampenlicht, an Glamour, den Hufflepuff zu einem unbeliebten Haus macht und der die anderen auf sie herabblicken lässt. Sie verlieren im House-Cup, sie verlieren im Quidditch und kein anderes Haus will mit ihnen verglichen werden. Es ist nicht so, dass die Hufflepuffs keine besonderen Fähigkeiten haben, sondern dass ihre Fähigkeiten im Wettbewerb weder zählen noch wahrgenommen werden, ja eher hinderlich sind. (Da versteht man auch die Frustration der Hufflepuffs, dass Harry auch noch die ganze Aufmerksamkeit als Hogwarts-Champion erhält, als endlich einer der ihren ins Rampenlicht gekommen wäre.)

Die Hufflepuffs sind gutmütige Gesellen, die eher mit dem Herzen und dem Bauch denken als dem Verstand. Also, zusammenfasst bedeutet Hufflepuff jede Menge sehr positiver Charaktereigenschaften, die man jedoch eher an Freunden schätzt, als dass man sie selbst anstrebt. Sie sind die Helden aus der zweiten Reihe, die es braucht, damit eine Unternehmung Erfolg haben kann. Gleichzeitig werden sie immer im Schatten der ambitiösen, listigen Slyhterins und der oft publikumswirksam mutigen Gryffindors stehen. Hufflepuff ist das Schicksal der meisten „kleinen Leute“. Das was niemand anstrebt, aber die meisten werden. Eine Position, die persönlichen Einsatz und Arbeit verlangt, ohne dass man dafür viel Applaus erwarten kann.
27.3.06 01:54


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