rarebs kleine Welt
  Startseite
    Euro 08
    Küche
    Politik
    Italiano
    Green Hell Blog Tour
    diverses
    Rezensionen
    Gedanken
    Hogwarts
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren

Webnews



http://myblog.de/rareb

Gratis bloggen bei
myblog.de





Schüchtern

Normalerweise schreibe ich ja nicht über meinen Alltag. Aber irgendwo musste ich das niederschreiben.

Seit kurzem hab ich einen neuen RPG-Charakter. Aus plottechnischen Gründen - sie ist nur ein Nebencharakter - hat sie einen ziemlichen Männerverschleiss. Sie flirtet eigentlich fast ständig. Etwas, das ich doch überhaupt nicht kann - im richtigen Leben.

Aber sie hat dazu geführt, dass ich mir plötzlich Gedanken darüber gemacht habe, warum ich eigentlich selbst nicht flirten kann. Wovor habe ich Angst? Sie (also, der RPG-Charakter) flirtet, weil sie es absolut nicht ernst nimmt - ja, weil sie unbewusst ihren Opfern sogar schaden will. Aber egal was passiert, es würde ihr nie nahegehen. Mir geht es irgendwie immer nahe.

Trotzdem - gestern war ich auf dem Weg zur Party meiner Schwester, frisch geduscht, einigermassen gestylt und fühlte mich zur Abwechslung gar nicht so hässlich. Da hab ich mir überlegt, warum ich es eigentlich nicht mal so machen sollte, wie sie. Warum nicht einfach einem Mann, der mir gefällt, länger in die Augen schauen?

In Lausanne ist ein Mann zugestiegen, der mir gleich ins Auge gesprungen ist. Also, sollte ich es jetzt meinen Mut zusammennehmen? Ich habs irgendwie nicht wirklich geschafft. Aber ich hab ihn zumindest aus den Augenwinkeln immer wieder beobachtet. Er sah wirklich gut aus... ich habe so gehofft, dass er an der selben Haltestelle aussteigt wie ich. Aber das tat er nicht. Ich hätte sitzenbleiben sollen. Hätte mich ja nix gekostet, ausser, dass ich später zur Party gekommen wäre. Oder hätte ich mich zu ihm setzen sollen?
Nein, ich bin einfach nicht mutig genug - und ich glaube, das ist auch der Grund, warum ich ewig Single bin und Single bleibe.

Es war schon ein riesiger Fortschritt, dass ich überhaupt gewagt habe, ihn anzusehen. Er hat auch zurückgeblickt übrigens. Naja, vielleicht, weil er sonst nirgends hinsehen konnte.

Plötzlich nehm mich mir vor, mal alleine in eine Bar zu gehen und Blickkontakt mit Männern zu suchen. Ich werds wohl nicht schaffen. Aber der Vorsatz ist gefasst.
2.9.06 20:46


Werbung


Liebe rareb von vor 10 Jahren...

Ich habe mich in meinem Stammforum bei einer Blogtour eingeschrieben. Das Prinzip besteht darin, dass jemand eine Aufgabe stellt, über die alle der Reihe nach schreiben müssen. Der Vorgänger und der Nachfolger werden jeweils verlinkt, bis wir wieder beim Ersten angekommen sind.

Dann wollen wir mal. Vor mir war Grashopper dran. Und das ist Stinas Aufgabe:

Stellt euch vor, ihr könntet in der Zeit zehn Jahre zurück reisen und euer damaliges Ich treffen. Was würdet ihr ihm sagen wollen? Vor was wollt ihr es warnen? Welche Ratschläge gebt ihr ihm mit auf den Weg? [Jegliche zeitreisentheoretische Paradoxa sind zum Zwecke dieses Blogeintrages außer Kraft gesetzt, ihr müsst euch also keine Sorgen um Paralleluniversen, multiples Kaskadenversagen und kleine Mönche mit Besen machen. Haut rein.]

1996 war ich gerade 14 geworden. Seit einem Jahr besuchte ich das Gymnasium. Ich hatte mich in den Sommerferien entschieden, meine langen Haare abzuschneiden und sah aus, als wär ich viel älter als ich jetzt bin. (Ja, tatsächlich) Ich war Teil einer kleinen "Clique", die aus vier Leuten bestand - wir Aussenseiter hatten uns zu einer Gruppe zusammengeschlossen. Möglicherweise war der Sommer 1996 einer der tollsten und sorgenfreisten, den ich je erlebt hatte. Ich war in vielem sehr zuversichtlich damals. Und ich war hoffnungslos in ein Mitglied der Backstreet Boys verliebt. Man hat schliesslich seine Jugendsünden.
Was soll ich diesem Mädchen sagen?

Ich erlaube mir die Aufgabe etwas abzuändern, da ich mir etwas später, nämlich mit 15 1/2 Jahren selbst einen Brief an mein zukünftiges Ich geschrieben hatte. Es war damals als Brief gedacht, den ich zu verschiedenen Zeitpunkten meines Lebens würde lesen können um mich zu erinnern wie ich früher war.
Ein grosser Teil dieses Briefs ist zu persönlich um ihn in irgendeiner Form zu veröffentlichen - hier ist der Teil daraus, auf den ich im Rahmen dieser Aufgabe antworten möchte:

25.04.1998

Liebe rareb,

Ich weiss nicht, wie du bist, wenn du das wieder einmal liest und ich weiss nicht, was aus dir geworden ist. [...] Ich bin jetzt 15 1/2 Jahre alt und fühle mich total machtlos. Ich bin wehrlos allem unterworfen, was die Politik machen will. Ich kann nichts tun. Ich möchte frei sein, aber das geht nicht. Ich habe den Kopf voller Gedanken. Falls du das nicht sowieso getan hast, versuche doch mal mehr daraus zu machen. Ich bin sicher, in dir steckt was.
[...] Tu es mir zu liebe. Betrachte die Welt so kritisch, wie ich sie betrachte. Versuche etwas zu ändern und resigniere nicht. Vielleicht wirst du eines Tages doch etwas ändern können (wenn du's noch nicht geschafft hast.)
Und vergiss nicht, dass du mal ich warst. [Der nächste Teil ist sehr wirr geschrieben - aber ich fordere mich auf, die Jugendlichen in ihren Bestrebungen zu unterstützen, wenn ich nicht mehr jung bin] Ich wäre auch froh, gefördert zu werden. Bleib' so, wie ich bin/war!

rareb


12.09.2006

Liebe rareb,

Leider kann ich dir nicht erzählen, was alles in den knapp 8 1/2Jahren passiert sind, die zwischen dir und mir liegen. Ich fühle mich etwas ertappt bei deinen Worten - denn viel erreicht habe ich nicht und ich fürchte, viele deiner Ziele habe ich etwas aufgegeben. Du scheinst schon zu ahnen, dass dein Enthusiasmus nicht so unverändert anhalten würde. Ich weiss noch, warum du mir den Brief damals geschrieben hast: Nach dem Aufsatz bei Herrn M. im Deutschunterricht zum Thema "Ich mit 30 Jahren" hast du dir Gedanken darüber gemacht, dass viele Erwachsene im Leben die Ziele ihrer Jugend aufgeben, weil sie resignieren. Du wolltest nicht, dass ich es tue. Ich glaube, das sehe ich jetzt ein bisschen anders.

Ich hatte deine Ziele nicht aufgegeben. Eine zeitlang war ich aktiv - kurz nach diesem Brief hast du zum ersten Mal an der Jugendsession teilgenommen, dann kam der Schülerrat und schliesslich die nationale Schülerorganisation. Satt die Welt zu verändern habe ich versucht, wenigstens dort etwas zu bewirken, wo ich war. Ich habe mich über drei Jahre lang eingesetzt und das, was letztlich dabei herauskam, waren minime Änderungen, Tropfen auf den heissen Stein quasi. Ich musste lernen, dass es Geduld braucht und man in kleinen Schritten denken muss. Statt alle Ungerechtigkeiten in der Welt zu besiegen musste ich mich damit abfinden, dass ich vielleicht ein paar weiteren Schülergenerationen zu Klassen- statt Fachzimmern verholfen hatte oder durch Workshops anderen Gleichalterigen Ideen geben konnte, die sie an ihrer Schule umsetzen konnten.

Und weisst du, dieser Einsatz hat sich gelohnt. Vielleicht nicht für die Schule, vielleicht nicht für die Politik - aber für mich selber. Ich habe nirgends so viel gelernt wie in den zwei Jahren im Vorstand der USO - lass dich von den Eltern bloss nicht davon abbringen, das zu tun, obwohl sie nicht begeistert sein werden.
Ich habe mich nach diesem Engagement trotzdem von der aktiven Politik abgewandt. Das mag dich vielleicht enttäuschen - denn du wolltest ja nicht, dass ich es aufgebe. Aber meine Interessen haben sich verschoben - du hast damals schon daran gedacht, ich bin den Weg gegangen und habe Politikwissenschaften studiert. Ich bin zum Schluss gekommen, dass mir die Position als Beobachterin und Kommentatorin besser gefällt als die der Politiker. Ich bin für die Intrigenspiele nur beschränkt gemacht. Ich habe nie ein genug dickes Fell dazu gehabt.

Ich werde das Studium wohl nicht dazu nutzen um zu versuchen, die Welt zu verändern. Mir gefällt es besser, wenn ich zuschauen, analysieren und kommentieren kann. Mein zukünftiger Weg ist gerade sehr unschlüssig - denn die Freiheit, nach der du dich so sehnst, bringt auch viel Druck und Selbstverantwortung mit sich. Du hast das damals ganz schön unterschätzt. Ich ertappe mich oft dabei, wie ich mich fast danach zurücksehne, wieder ein Kind und relativ unbeschwert zu sein. Du erinnerst mich gerade daran, wie sehr ich mich jeweils darüber aufgeregt habe. Du hast recht, ich sollte den Schritt ins Erwachsenenleben endlich machen. Ich bin nicht mehr so wehrlos, wie du es warst - und ich sollte dies ausnutzen.

Ich habe in den Jahren zwischen uns ein Talent entdeckt, von der du erst ahnst, dass du es haben könntest: Schreiben. Du wirst erst einmal zu Herrn F. in den Deutschunterricht wechseln müssen um zu erkennen, wieviel Potential du dahingehend hast. Glaub ruhig daran - er wird nicht der einzige bleiben, der dich darin fördert. Ich weiss nicht, wie weit mich das bringen wird - aber ich habe erkannt, dass ich ohne Schreiben nicht leben kann. Wenn ich es beruflich nicht nutzen kann, so wenigstens als Hobby. Es ist nicht einfach, einen solchen Brief zu beantworten, wenn man sich gerade in der grössen Umbruchphase seines Lebens befindet.

Es freut mich, dass du an uns glaubst - ich habe es in der Zwischenzeit nicht immer getan. Ich befinde mich noch auf dem Weg, auf den du dich damals begeben hast.
Vielleicht muntert es dich auf, dass ich - obwohl ich deinen Traum aufgegeben habe - immer noch von fast jeder Person, die ich neu kennenlerne nach ein paar Minuten Gespräch zu einer potentiellen Bundesrätin gemacht werde. Wir scheinen da etwas zu haben, das uns in die Richtung zieht. Wer weiss, was ich uns in 8 Jahren dazu sagen habe...

rareb



Mit der Blogtour geht's weiter bei Puck - Das Leben ist keine Serie
12.9.06 17:35


9/11 - 5 Jahre danach

Etwas verspätet bin ich ja mit dem Thema.
Eigentlich wollte ich auch gar nichts dazu schreiben. Ich schwanke zwischen Sentimentalität und professioneller Distanz. Ich könnte Bücher darüber schreiben und gleichzeitig wurde schon so viel darüber gesagt, dass meine kleine Meinung kaum von Belang ist.

Ich erinnere mich noch sehr genau an diesen schicksalhaften Tag im September. Nicht nur in New York war es strahlender Spätsommertag. Wir hatten wie immer am Dienstag über den Mittag Sport (Freifach, das ich sogar trotz meiner Abneigung gewählt hatte und das auch richtig spassig war) und dafür danach zwei Freistunden. Wir wollten alle nur noch nach Hause, vielleicht auf dem Balkon das Wetter geniessen oder an den See fahren und ausspannen. Aber wir hatten noch zwei Stunden Physikunterricht, von 15 - 17 Uhr. Physik war meistens sehr langweilig, der Lehrer das, was man einen zertreuten Wissenschaftler nennen könnte. Ich jedenfalls lag ziemlich gelangweilt in der Bank, als der Junge in der Reihe hinter mir plötzlich unruhig wurde.

Er hatte eine SMS erhalten: "Das Pentagon wurde angegriffen. Das WTC in New York steht in Flammen."

Da meine Aufmerksamkeit in Physik öfters eher der Reihe hinter mir als der Tafel vorne galt, drehte ich mich zu ihm um und fragte nach. Er wollte einfach aus dem Unterricht stürmen und irgendwo an einen Fernseher kommen um es zu überprüfen.
Ich konnte über so viel Naivität nur den Kopf schütteln und zeigte ihm den Vogel: "Der will dich doch bloss verarschen. Der weiss, dass du Physik hast. Ich meine - das Pentagon, hallo? Die USA angreifen... das geht doch nicht."
Aber er liess sich nicht beruhigen. Eine weitere SMS kam, einer der Türme sei eingestürzt. Wir wussten noch nix von der Art der Angriffe, ich dachte, er spreche von einem konventionellen Militärangriff und blieb bei meiner Einschätzung: "Echt jetzt, hast du wirklich das Gefühl, man könne einfach so das Pentagon angreifen? Ich meine, das PENTAGON?!"
Natürlich half das nichts und er stand mitten im Unterricht auf, ging zum Lehrer und erklärte, er habe eine SMS erhalten, die etwas von einem Angriff auf die USA erzählen würde - er würde jetzt in unser Klassenzimmer gehen (das aus Raumknappheit auch der Medienraum war) und schauen, ob CNN etwas berichten würde.

Der Lehrer hatte überhaupt keine Chance, ihn zurückzuhalten, er ist einfach rausgelaufen. Ich war nun auch etwas unruhig, weil ich dachte, er würde Ärger kriegen.
Nach etwa 5 Minuten kommt er zurück, steht vor die ganze Klasse hin und sagt:
"Es ist im Fall wahr. Die USA wurden von Terroranschlägen getroffen. Oben im Klassenzimmer läuft der Fernseher, der Rektor sitzt davor."
Es war erst halb fünf. Wir wollten alle nur noch eins: Vor den Fernseher, es selbst sehen. Alle, ausser dem Lehrer. Er hat seelenruhig sein Experiment durchgeführt und wurde auch noch sauer, weil ihm niemand mehr zugehört hat und beim Klingeln der Glocke alle rausstürmten ohne die Tafel zu putzen.

Ich rannte praktisch ins Klassenzimmer. Das vierte Flugzeug war zu dem Zeitpunkt noch in der Luft, sie zeigten Bilder von den Wrackteilen vor dem Pentagon. Ich bin noch nie so schnell mit dem Fahrrad nach Hause gefahren wie an diesem Tag - der Fernseher lief schon, allerdings hatten es meine Eltern auch noch nicht lange erfahren.
Da habe ich zum ersten Mal die Bilder aus New York gesehen. Die Flugzeuge, die die Türme treffen. Ich sass völlig schockiert vor der Glotze und habe einfach alles angesehen, was danach kam. Geweint habe ich nicht - aber es hat mich aufgewühlt.

Da passiert etwas, das ich nie für möglich gehalten hätte. Ich spürte sofort, dass es weitere Konsequenzen haben würde - Konsequenzen, die ich mir noch nicht ausmalen konnte. Ein Stück Illusion war weg, ein Stück Sicherheit. Gleichzeitig befürchtete ich nie, dass die Schweiz ebenfalls getroffen werden könnte. Ich dachte damals noch, es gäbe kaum ein sichereres Land auf der Welt als mein eigenes.
Dass nur zwei Wochen später ein Irrer mit einem Maschinengewehr ins Parlament von Zug stürmen würde und einen Grossteil der Abgeordneten erschiessen oder schwer verletzen würde, konnte ich nicht ahnen. Es war ein schwarzer Herbst, der Herbst 2001, in dem alles einzustürzen schien, was wir für sicher gehalten hatten. Im Oktober brannte ein Lastwagen im Gotthardtunnel, tötete damit 11 Menschen und schloss die wichtigste Nord-Süd-Achse für längere Zeit für den Verkehr.

Die angehende Politikwissenschafterin in mir wusste sofort, dass die Ereignisse des 11. September nicht folgenlos bleiben würde. Ich fürchtete mich davor, denn ich hatte das Gefühl, gerade den Anfang eines möglichen nächsten Weltkrieges miterlebt zu haben. Unsere Generation und jene meiner Eltern wurde bisher, in Europa zumindest, von einem "grossen Krieg" verschont - aber es schien plötzlich, als würde er uns nun direkt bevorstehen.

Gleichzeitig fühlte ich sehr stark mit den Opfern mit. So sehr ich zu abstrahieren versuchte, ich sah diese Bilder der Menschen, die in ihrer Verzweiflung aus dem Gebäude in den Tod sprangen, statt zu verbrennen oder mit ihm einzustürzen. Ich konnte dem Tod fast an ihrer Stelle in die Augen sehen. Was hätte ich getan? Hätte ich das Fenster geöffnet und mit einem weissen Tuch gewunken, wie diese eine Person, die in allen Nachrichten gezeigt wurde - die sich vielleicht die kühnsten Hoffnungen ausgemalt hatte, noch lebend herauszukommen - während wir hier alle wussten, dass der Turm bald einstürzen und ihr Leben beenden würde.
Es war dieses Bild, dieses eine, kleine Bild das mich mehr mitgenommen und berührt hat als alle anderen. Weder die brennenden Türme, noch der Einsturz, noch die Flugzeuge... der Gedanke daran, dass jemand die letzten Minuten seines Lebens damit verbracht hatte, mit einem Tuch zu winken in der Hoffnung, weiterzuleben...

Es ist die menschliche Tragödie, die einem an einem Tag wie diesem so bewusst wird. Es gab plötzlich Gesichter, Geschichten, Bilder... anders als bei "normalen" Terroranschlägen waren die Opfer keine namenlosen Leute irgendwelcher Länder, die einem nichts sagten. Es ist zynisch und inhuman - denn eigentlich müsste man doch auch mit dem jungen Mann in Bagdad ebensoviel Mitgefühl haben, der gerade auf dem Weg war, einen neuen Teppich für sein Haus zu kaufen, als er von der Bombe getroffen wurde. Aber Tatsache ist - es braucht viel mehr Aufwand, sich in ihn hineinzufühlen, der so ganz anders lebt als ich.

Die Tage nach dem 11. September verbrachte ich damit, alles mögliche anzusehen, zu hören, zu lesen, das es über das Ereignis gab. Ich glaube, ich musste verstehen. Ich wollte verstehen, wie es dazu gekommen war. Wer die Täter waren, was sie dachten, warum sie es taten... wer die Opfer waren, was sie erlebt hatten, wie es ihnen ging. Und natürlich, was die Strategieexperten und Politologen davon dachten.

Denn die Angst vor dem grossen Krieg wuchs. Es war offensichtlich, dass die USA Afghanistan angreifen wollten - ich fand ihre Reaktion falsch. Der Angriff kam nicht von einem Land, es half nichts, ein Land dafür anzugreifen. Noch dazu ein Land, das dermassen nahe an mehreren internationalen Pulverfässern lag wie Afghanistan. Ein falscher Zug und der Kaschmirkonflikt konnte ausarten - oder in Palästina oder Iran könnte es losgehen...
Ich muss sagen, dass ich die Lage damals zu pessimistisch eingeschätzt habe. Ich war gegen den Krieg in Afghanistan, aber wenigstens sind jetzt die Taliban weg und denen sollte man nun wirklich nicht nachtrauern.

Eigentlich hätte man sich von diesen Angriffen gar nicht provozieren lassen dürfen. Es war damals meine Meinung, es ist sie eigentlich immer noch. Wenn Bush sich auf Gott beruft, und das tut er seither immer und immer wieder - dann hätte er auch nach christlichen Prinzipien handeln müssen. Dann hätte er, statt mit Militärgewalt Tod und Verwüstung zu bringen, etwas gegen die steigende Differenz zwischen arm und reich tun müssen. Wenn Terroristen nirgends mehr verzweifelte Leute finden, die sie unterstützen, sind sie bloss noch ein Haufen irrer Krimineller. Wenn sie jedoch Menschen finden, denen sie vorgaukeln können, im Namen moralischer Werte oder gar einer Zivilisation zu handeln, bringen wir uns alle in Gefahr.
Die richtige Reaktion in meinen Augen von jemandem, der sich auf den christlichen Gott beruft, wäre gewesen, "die andere Wange hinzuhalten." Damit meine ich nicht, sich weiter angreifbar zu machen - aber entschlossen so weiterzumachen wie bisher, sich nicht provozieren zu lassen, die Symbolik zu änderen.
Mir ist klar, dass soviel Nervenstärke nicht einmal einer Einzelperson, geschweige denn einer ganzen Nation zuzurtrauen wäre. Ich bin auch viel zu wenig selbst christlich um mich in diesen Werten gänzlich auszukennen - aber die Reaktion der USA zeigte mir auch ein stückweit, warum Konflikte in der Welt viel eher entstehen und eskalieren als dass sie gelöst werden. Und warum man sich im Krieg nicht auf die Religion berufen sollte.

Jetzt, am Ende meines Studiums, ist mir auch bewusst, dass es ganz einfach an Modellen und Strategien fehlt, dass die geistige Flexibilität nicht da ist, einen Krieg gegen so etwas wie den Terror oder Al Quaida zu führen, solange man sich nicht eingesteht, dass Staaten nicht die alleinigen Akteure im internationalen Umfeld sind.

Man kann über den Krieg im Irak denken, was man will. Meine Haltung dahingehend ist sehr zynisch - und ich glaube nicht, dass er etwas mit dem 11. September zu tun hat. Dennoch, die Strategie der USA war und ist, scheinbar wahllos Kriege gegen Staaten zu führen, obwohl der Feind eine international tätige kriminelle Organisation ist. Wie soll das gehen? Hier ist ein riesiges theoretisches Arbeitsfeld, das noch einiges an Forschung bedarf. Denn solange man sich nicht eingehend damit befasst hat, sind die Handlungen schon zum Vorneherein zum Scheitern verurteilt.

Eine andere Sorge, die mich seither plagt, ist die stetige Überwachung, die Beschneidung der Bürgerrechte. Ich will mich nicht darüber auslassen - aber in den ersten Monaten nach dem 11. September machte ich mir ernsthafte Sorgen um die Demokratie in den USA. Zu wenig war mir bewusst, wie tief diese Werte dort verankert waren - denn plötzlich unterstand alles einer gefährlichen Selbstzensur und die Regierung schien mehr Macht zu haben als einer Demokratie guttat. Die Bush-Administration hat die Sympathiebekundungen im eigenen Land zwar ziemlich schamlos für eigene Zwecke ausgenutzt. Aber viel weniger, als sie hätte tun können.
Die älteste moderne Demokratie der Welt ist stärker, als man ihr zugestand und ich bin froh darum. Ich hoffe, das bleibt so.

Man liest heutzutage immer wieder, der 11. September wäre nicht der Einschnitt gewesen, für den man ihn im Schock damals gehalten hatte. Vieles, was jetzt geschehen ist, sei früher oder später sowieso passiert.
Das mag sein - wir können nicht wissen, wie die Welt ohne dieses Ereignis ausgesehen hätte.
Aber ich widerspreche - der 11. September hat vielleicht konkret weniger Folgen gehabt, als man befürchtet hatte, insbesondere auf die Weltwirtschaft. Dennoch war er nicht folgenlos. Sie betreffen vor allem die Ebene der Wahrnehmung, der Symbolik.

Damals ist etwas eingetreten das niemand für möglich gehalten hätte. Hätte man mir am 10. September gesagt, dass eine Gruppe arabischer Terroristen mit Klappmessern bewaffnet fast 3000 Menschen töten könnte, ich hätte gesagt, geht nach Hollywood, das ist unrealistisch.
Es sind auch nicht die 3000 Toten, die den USA am meisten geschmerzt haben - es sterben täglich mehr Menschen an Hunger, wie man so schön zynisch sagt.

Es wurden Symbole getroffen. Die Giftgasanschläge auf die U-Bahn von Tokyo 1995 hatte 5000 Menschen umgebracht und doch war niemand so aufgewühlt wie am 11. September. Das ist nicht nur deshalb so, weil einmal die USA und einmal Japan getroffen wurden. Die brennenden Türme des World Trade Centers, wie rauchende Kamine in einer der meistfotografierten Skylines der Stadt, bei einem Wetter, bei dem man sonst Postkartenfotos gemacht hätte - gibt es ein stärkeres Bild um zu zeigen, dass die USA getroffen wurden?
Das neue Millenium begann am 11. September 2001 - denn an diesem Tag enstand das Symbol des Endes einer Ära - egal, ob sich danach etwas geändert hat oder nicht. Es war das Ende einer Illusion der Sicherheit, es war der Tag, an dem sich die Welt die Augen rieb über Angriffen, die so perfekt inszeniert waren, dass sie aussahen wie aus Hollywoodfilmen - obwohl sie so schmerzhaft real waren. Obwohl der Regisseur in einer Höhle in Afghanistan sass und wir die Kameraführung selbst übernommen hatten.
17.9.06 13:49


Was ich alles kann... realistisch betrachtet

Warum mache ich mir solche Sorgen, keinen Job zu finden?
Ich habe mir jetzt mal vorgenommen, meine Qualifikationen - ohne zu übertreiben - aufzuschreiben.

Ja, ich habe nämlich unglaublich viel Potential. Jeder Arbeitgeber, der mich einstellt, kann sich glücklich schätzen, es getan zu haben - denn er kriegt einiges für sein Geld.

Bald habe ich einen Universitätsabschluss in Politikwissenschaften und Humangeographie an der in diesem Fachbereich renommiertesten Uni der Schweiz.
Ich werde wahrscheinlich mit einer durchschnittlichen Note abschliessen. Das ist aber vor allem darauf zurückzuführen, dass ich mein ganzes Studium in einer Fremdsprache gemacht habe zum einen und zum anderen, dass leider nur Prüfungen, nicht aber Seminararbeiten Noten geben.

Ich beherrsche drei Sprachen fliessend.
Da wäre zuerst einmal Deutsch, meine Muttersprache. Ich arbeite bereits als freie Journalistin. Von allen Seiten wird mir Talent attestiert. Menschen, für die ich schon als Betaleserin tätig war, schätzen meinen kritischen Durchblick und die klaren Statements.
Was den Ausdruck in Deutsch betrifft, muss man suchen um jemanden zu finden, der mir bei ähnlichem Aufwand überlegen ist. Selbst nur so dahingeschriebene Texte (wie die meisten meiner Blog- und Forumseinträge) sind leicht lesbar und klar ausgedrückt.
Wer dieses Potential für seine Zwecke beanspruchen kann, darf sich mehr als glücklich schätzen.
Aber das ist noch nicht alles - mündlich bin ich zugegebenermassen manchmal etwas zurückhaltender und etwas wirrer, wenn ich meine Gedanken nicht klar im Kopf habe. Dennoch bin ich fähig, ad hoc Vorträge über Themen zu halten, von denen ich reichlich wenig verstehe. Ganz zu schweigen davon, wenn ich Zeit hatte, mich ins Thema einzuarbeiten...

Durch mein Studium schreibe und spreche ich fliessend Französisch. Vielleicht muss ein Muttersprachler noch einmal kurz darübergehen, wenn es ganz fehlerfrei sein soll - aber die finden meistens nur kleinere Detailfehler.
Ich komme im Französischen sicher nicht an meine Fähigkeiten in Deutsch heran - aber die sind zugegebenermassen auch sehr hoch angesetzt. Die Intuition für Klarheit und Struktur bleibt in der Fremdsprache erhalten und ich bin auch fähig, subtile Unterschiede wiederzugeben.
Im mündlichen Französisch bin ich absolut verhandlungssicher. Es mögen sich einige Fehler einschleichen, ich finde vielleicht manchmal nicht den treffendsten der treffenden Ausdrücke - aber ich bin vielen anderen Fremdsprachlern darin überlegen.
Mein letzter Vortrag, den ich in einem Seminar zusammen mit einer französischen Kollegin gehalten hatte, war der beste der Gruppe (aus 10 Vorträgen). Alle Präsentationen wurden von allen 30 Seminarteilnehmern mitteles eines Bewertungsbogens beurteilt und wir hatten mit Abstand die beste Wertung. Insbesondere, was die Klarheit im Ausdruck betraf.
Das bedeutet, im Französichen kann man auf mich zählen - mein Arbeitgeber erhält eine Mitarbeiterin, die faktisch bilingue ist.

Bleibt noch das Englisch. Schriftlich bestehen hier keinerlei Probleme. Ich lese Englisch wie Deutsch - und die Fähigkeit, Dinge einfach und verständlich auszudrücken, verliere ich auch nicht in dieser Fremdsprache.
Ich habe noch nie im englischsprachigen Ausland gelebt und gearbeitet, weshalb mir hier die Routine fehlt, die ich im Deutschen und im Französischen habe. Die Basis ist aber da. Mir würde ein Monat Zeit reichen und ich wäre drin - so ging es nämlich mit dem Französischen auch und da hatte ich ein tieferes Einstiegsniveau.

Mit Französisch und bruchstückhaften Lateinkenntnissen wäre es auch leicht, noch eine weitere romanische Sprache, etwa Italienisch oder Spanisch, dazuzulernen. Da ich eine gute Aufnahmefähigkeit habe, müsste man hierfür nicht einmal viel Zeit einrechnen. Geschriebenes Italienisch verstehe ich - auch gesprochenes, wenn ich den Zusammenhang habe - das einzige, was mir fehlt, ist das Grundgerüst der Grammatik und des aktiven Wortschatzes um selbst sprechen zu können.

Soviel zum Thema Sprachen.

Denn hier enden meine Fähigkeiten und Erfahrungen bei weitem nicht.
Ich habe zwischen Matura und Studium acht Monate lang an der Rezeption eines KMU gearbeitet. Dabei habe ich nicht nur das Telefon bedient und in der Buchhaltung mitgeholfen, sondern auch allgemeine Büroarbeiten erledigt.
Meine Vorgängerin hatte eine abgeschlossene 3-jährige Bürolehre, meine Nachfolgerin gar eine 4-jährige kaufmännische Ausbildung.
Nach zwei Wochen Einarbeitungszeit war ich nicht nur schneller und effizienter als meine Vorgängerin, ich war auch dem Druck besser gewachsen und meine abgelieferte Arbeit war qualitativ besser.
Meine Nachfolgerin habe ich persönlich eingearbeitet. Auch meinem direkten Vorgesetzten, der nur einen Monat nach mir anfing, habe ich zu einem Grossteil bereits selbst gezeigt, wie der Laden läuft. Er hatte fachlich natürlich die bessere Ausbildung, war souveräner am Telefon, weil er es schon länger gemacht hat - aber er hat bei seiner Umorganisation der Administration auch auf meine Hilfe gezählt. Nicht weil er musste, sondern weil er meine Meinung geschätzt hat.
Nach der Hälfte meiner Arbeitszeit war ich die Person, die man fragen musste, wenn man innerhalb der Firma etwas suchte oder sich nicht ganz sicher war, welche Formulare man ausfüllen musste, um etwas zu erhalten. Ausserdem war ich die einzige, die den Kopierapparat bedienen und den Toner auswechseln konnte. Viele Mitarbeiter kamen gerne in der Kaffeepause zu mir an die Reception um sich mit mir zu unterhalten oder meine Meinung zum aktuellen Weltgeschehen zu erfahren.
Ich bin einigermassen stolz auf mich, dass ich dieses ganze interne Wissen an meine Nachfolgerin weitergegeben habe, bevor ich gegangen bin.

In dieser Zeit habe ich ein gutes Verhältnis zur Personalchefin der Firma entwickelt. Obwohl es nicht in meinem Aufgabenbereich war, habe ich ihr in vielem geholfen, insbesondere, wenn es darum ging, Dinge strategisch anzugehen oder zu ordnen.
Für sie habe ich auch an einem einzigen Morgen einen Evaluationsbogen für die Mitarbeitereinführung geschrieben, von dem sie überrascht war und den sie hinterher immer wieder benutzte. Diese Bögen habe ich jeweils auch für sie ausgewertet und bearbeitet, obwohl mir damals noch die Grundkenntnisse der Statistik fehlten. (Die ich heute hätte)

Als der CEO eine neue Assistentin erhielt und diese die Leiterin der Administration wurde, bekam ich noch mehr Kompetenzen. Wir hatten ein gutes Arbeitsverhältnis und sie hat mich nie als Vorgesetzte, sondern vielmehr als Mit-Arbeiterin gesehen. Der CEO hatte ihr aufgetragen, Punkte zu finden, in der man in der Administration sparen konnte. Diese Kostenanalysen habe ich für sie erledigt und einige Stellen gefunden, an denen man sparen konnte ohne dass es wehtat. Nicht nur sie, sondern auch der CEO persönlich haben sich bei mir dafür bedankt.

Ich habe für diese Arbeitsstelle ein exzellentes Zeugnis erhalten, vom Chef persönlich unterschrieben - die Personalchefin hat mir bestätigt, dass es, wäre es ein Schulzeugnis gewesen, die Höchstnote bedeuten würde.

Besonders stolz bin ich, dass ich in der letzten Zeit meiner Arbeit dort als einzige geschafft hatte, in einer harten Verhandlungsrunde, zu der ich mehr auf Wunsch der Personalchefin überhaupt eingeladen gewesen war, einen wirklichen Durchbruch zu erzielen. Es war mein Einsatz, der dazu geführt hatte, dass alle Parteien am Ende aus dem Saal gingen und sich als Sieger fühlten und dies auch zurecht.
Details kann ich so öffentlich natürlich nicht preisgeben - aber es ist eines meiner grossen Talente, meine Standpunkte so präsentieren zu können, dass sich niemand davon angegriffen fühlt.

Natürlich habe ich diesen Job nicht gänzlich ohne Erfahrungen angetreten - während meiner Schulzeit war ich nämlich zwei Jahre lang Präsidentin des Schülerrats meiner Schule, nachdem ich bereits vorher Mitglied des Vorstandes war. Ausserdem war ich zwei Jahre lang im Vorstand der nationalen Schülerorganisation, ein Jahr davon als Präsidentin.

Ich sehe diese Zeit als ein Experimentierfeld im Umgang mit Menschen und Meinungen. Die USO (Union der Schülerorganistionen) ist so klein und unbedeutend, dass Fehler, die man in seiner Naivität evtl. begeht, nicht gross schaden. Wir konnten uns im Vorstand quasi austoben, Grenzen austesten. Es ist eine unglaubliche Chance, mit 18 an der Spitze eines nationalen Vereins zu stehen und es einfach mal, ins kalte Wasser geschmissen - zu versuchen.
Heute würde ich sicher vieles anders machen - ich habe damals einige Fehler gemacht.

Aber auch da verfügte ich bereits über einiges Verhandlungsgeschick und Umsicht. Ich habe gewusst, wann ich Hilfe holen sollte und bin selbst vermeintlichen "Gegnern" immer mit Respekt begegnet. Ich weiss, wie es ist, eine Gruppe zu führen, ein Gespräch zu leiten oder einen Workshop zu organisieren.
Auch wenn die Erfahrung jetzt bereits einige Jahre zurückliegt, habe ich gewisse Fähigkeiten erworben, die ich wieder aktivieren könnte.

Besonders wichtig ist mir dabei, dass ich mich immer als "Teamplayer" hervorgetan habe. Ich musste nie meine Macht um der Macht Willen demonstrieren oder Dinge alleine erledigen um zu zeigen, dass ich es kann. Ich habe immer versucht, alle arbeitswilligen Vorstandsmitglieder einzuspannen.
Ich hatte auch das Glück, den ersten "Generalsekretär" der Organisation als meinen Mitarbeiter zu haben und er hat mir auch im Rückblick als Chefin gute Noten erteilt.
Dasselbe gilt für jene Leute, mit denen ich im Schülerrat an meiner Schule zusammengearbeitet habe. Ich hatte eine natürliche Autorität entwickelt, die von allen anerkannt wurde, ohne dass ich deswegen den grossen Diktator hätte raushängen müssen.

Als Präsidentin der USO hatte auch unter anderem auch mehrmals an Podiumsdiskussionen mitgewirkt um die Schülermeinung zu vertreten. Auch da wurde ich für die Klarheit meiner Aussagen gelobt - die trotzdem nicht polemisch oder vereinfachend waren.
Mein Einsatz an einem Seminar zur Ausbildung von Mentoren für Junglehrer wurde sogar so geschätzt, dass ich im Folgejahr noch einmal eingeladen wurde, obwohl ich nicht mehr offizielle Verteterin der USO war.

Vielleicht sollte ich auch noch erwähnen, dass meine schulischen Leistungen unter diesem grossen Einsatz für die Schülerorganisation und meiner zahlreichen Absenzen nicht gelitten haben. Im Gegenteil, ich habe den zweitbesten Abschluss meines Jahrgangs gemacht.

Also, fassen wir zusammen: Ich bin sprachlich sehr versiert und stilsicher und das in gleich drei Sprachen. Ich kann schnell und effizient arbeiten ohne dass die Qualität darunter leiden. Mit Termindruck kann ich ebenfalls umgehen. Ich bin teamfähig, habe mich bereits als Leiterin von Organsationen bewiesen und kann ausserdem Verhandlungen so führen, dass am Ende niemand das Gefühl hat, er hätte dabei verloren. Ich lerne sehr leicht und bin flexibel. Ich kann Situationen, insbesondere zwischenmenschliches Geflecht schnell und gut einschätzen und dem in meinen Handlungen Rechnung tragen.


Was ist nun das Problem?
Das einzige, was mir fehlt, ist der Glaube daran, diese Fähigkeiten umsetzen zu können.
Ich muss immer zuerst verzweifeln, bevor ich überhaupt aus meiner persönlichen Lethargie aufwache. Irgendwie warte ich immer, bis jemand kommt und dieses ganze Potential in mir weckt, statt es aktiv anzubieten.
Mir fehlt einfach der Mut, mich für eine Stelle zu bewerben, für die mir vielleicht die passende Ausbildung fehlt, obwohl ich die Fähigkeiten bereits besitze.
Ich habe doch bereits bewiesen, zu was ich fähig bin - wenn ich es bloss auch im Ernstfall so vermitteln könnte, dass dies meine potentiellen Arbeitgeber merken würden.

Denn meine Güte, wenn man das so liest, müssten eigentlich die Arbeitgeber bei mir Schlange stehen und nicht ich jene sein, die sich Sorgen darüber macht, nirgends einen Job zu finden.
19.9.06 10:21





Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung