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Männer!

Nein, in diesem Eintrag geht es nicht um Liebe und Beziehungen und den ganzen Kram. Es geht mir um ein grosses Anliegen.

Liebe Altfeministinnen, Terrorkampflesbenemanzen etc. Ich muss euch ein Geständnis machen... Ich liebe Männer.
Damit meine ich nicht nur, dass ich auf Männer stehe - ich meine, damit, ich liebe die Tatsache, dass es Männer und Frauen gibt. Männer, in ihrer Gesamtheit, als die andere Hälfte der Menschheit, sind nicht der Feind. Nie gewesen. Werden nie sein.

Wer kollektiv sagt, "Männer sind Schweine", ist entweder zutiefst frustriert, was schade ist oder hat keine Ahnung. Die Männer, die ich kenne, sind es jedenfalls nicht.

Lasst uns doch einmal ein paar Klischees angucken.

Männer denken immer nur an das eine
Frauen auch. And, therefore, so what?
Wer kam eigentlich auf die hirnrissige Idee, nur Männer würden an Sex denken? Ich glaube, das ist ein Überbleibsel aus irgendeiner prüden Zeit in der Vergangenheit, in der man - aus welchen Gründen auch immer- den Frauen die Lust am liebsten ganz verboten und ausgetrieben hätte.
Die Art, wie Frauen und Männer an Sex denken ist zwar sehr unterschiedlich, da liegt vielleicht ein grosser Teil des Missverständnisses - aber dass es beide Geschlechter tun kann man nicht leugnen. Und ehrlich: Es ist gut so. Nicht nur, weil man sich sonst fragen müsste, wie unsere Spezies überhaupt überleben sollte.

Wer mir nicht glaubt und einen wirklich starken Magen und unerschütterlichen Mut hat, kann sich ja mal in Fanfiction- und gewissen Rollenspielbereichen umsehen. Die werden meistens von Frauen geschrieben.

Gut. Machen wir mal weiter bei unserer Neanderthalerkunde.

Männer sind alle gewalttätig
... wenn sie es noch nicht sind zumindest potentiell.
Wer sowas denkt, hat meinen Respekt eigentlich schon verloren. Es stimmt zwar, dass die grosse Mehrheit aller Gewaltdelikte von Männern verübt wird und dass Männer im Allgemeinen über mehr Körperkraft verfügen als Frauen - aber das heisst noch lange nicht, dass man jeden Mann gleich unter Generalverdacht stellen sollte.

Mich kotzt es an, wenn in Diskussionen unterschwellig immer die Frauen als die lieben, netten, braven, einfühlsamen Wesen dargestellt werden, während Männer rüpelhaft, gewalttätig, unsensibel und in letzter Zeit auch zunehmend als dumm hingestellt werden.

Nein, Jungs und Mädels, so ist das nicht. Es deckt sich zumindest überhaupt nicht mit meinen Erfahrungen. Ich erspare mir jetzt den Ausschweifer über Intrigen, Manipulation und seelischer Gewalt, die von Frauen sehr subtil ausgeführt wird.

Es wird den allermeisten Männern, die ich kenne, ganz einfach nicht gerecht. Ich kenne sehr viele sehr intelligente, sehr einfühlsame Männer - nein, sie sind weder schwul noch weibisch. Auch hier liegt der Trick darin zu verstehen, dass die männliche Art von Einfühlvermögen oft anders ist als die weibliche. Ich finde es gerade schwierig, sie zu beschreiben.

In Männergruppen geht es oft rauer und direkter zu und her als bei Frauen. (Sofern ich das beurteilen kann, schliesslich handelt es sich schon nicht mehr um eine Männergruppe, wenn ich selbst dabei bin.) Aber die Rauhheit ist nicht nur negativ. Mir ist öfters aufgefallen, dass Männer ihre Sympathien und ihre Gefühle anders kundtun als Frauen. Weniger "gefühlsdusselig", manchmal gut versteckt in vermeintlichen Angriffen (die sie aber sehr genau zu verstehen scheinen) und manchmal ganz einfach total direkt und ehrlich.

Männer haben einen anderen Humor als Frauen
Das war ja kürzlich eine These in der "Neon". Solche Unterscheidungen sind ganz einfach unnütz. Es kann natürlich sein, dass ich hier eine absolute Ausnahme bilde - aber ich liebe den Humor der Männer in meinem Umfeld. Sowohl Familie wie Arbeitskollegen und Freunde.

Die meisten Männer, mit denen ich zu tun habe, haben einen sehr sarkastischen, manchmal abgrundtief schwarzen und sehr absurden Humor. Manchmal auch schon in gepflegtem Schwachsinn. Ich habe noch keine Frau getroffen, mit der ich ganze Abende lang völlig sinnfreie und völlig absurde Diskussionen führen konnte, wie mit einigen meiner männlichen Freunde. Irgendwie haben viele Frauen das Gefühl, man müsste jetzt dann doch mal wieder ernst werden oder man könne das Thema doch nicht noch weiter ausreizen. Die Jungs sind da gnadenlos.

Ich gebe zu, ich fühle mich in Gruppen mit mehrheitlich Männern meistens wohler als in grossen Frauenrunden. Dass ich damit zur klassischen "Kumpelfrau" werde, mit der man es zwar toll lustig haben kann, die man aber nicht als mögliche Geliebte wahrnimmt, ist ein Schicksal, mit dem ich halt leben muss. Ich würde mich nicht anders verhalten wollen.

Und zu guter Letzt noch ein Geständnis:
Ich finde Väter toll. Männer, die mit Kindern umgehen können und dabei nicht "weiblich" werden, sind unheimlich sexy. Eigentlich wäre das schon ein Grund, doch einmal eigene Kinder zu haben.

Jedenfalls ist mir selbst in letzter Zeit erst richtig bewusst geworden, wie wichtig ist ist, dass ein Kind mit Mutter und Vater aufwächst. Das Gerede um "ein Kind braucht seine Mutter" bald nicht mehr hören und bin froh, dass es mittlerweile Gruppierungen gibt, die auf die Wichtigkeit beider Geschlechter in der Erziehung aufmerksam machen.

Damit komme ich schon wieder auf ein emanzipatorisches Anliegen, das mir aber sehr am Herzen liegt. Ich meine dabei, dass Männer gar nicht "anders" werden sollten - ich freue mich bloss darüber, dass man endlich einsieht, dass sie nicht bloss der abwesende "Ernährer" sein sollte oder dass man Männer gar fast schon von Kindern fernhalten sollte (siehe das "gewalttätig"-Argument oben). Vaterliebe ist anders als Mutterliebe - aber es gibt sie auch, zumindest, wenn alles gut läuft und es geht viel kaputt, wenn man sie leichtfertig aufs Spiel setzt.

Das heisst aber auf keinen Fall, dass Männer im Umgang mit Kindern von den Frauen lernen oder wie Frauen werden sollten. Um Himmels Willen nein! Ich glaube, ich idealisiere in dieser Hinsicht meinen eigenen Vater übers Mass, weil ich der Meinung bin, dass die Art, wie er mit uns als Kinder umgegangen ist, jene ist, die man von einem Vater erwarten sollte.

Mütter sind oft überängstlich und überbeschützend gegenüber ihren Kindern - das mag sozial oder biologisch bedingt sein, ist hier egal - Väter nicht. Oder... mein Vater nicht. Man kann sich die andere Art, wie Männer die Welt sehen, auch zu nutzen machen.

Das tollste an meinem Vater während unserer Kindheit war, dass er einfach jeden Scheiss geduldig mitgemacht hat. Er ist mit uns zum Spielplatz gegangen und hat uns jene Spielgeräte hochklettern lassen, von denen meine Mutter längst Angst gehabt hätte. Er hat mit uns ganze Bäche umgegraben und gestaut, damit man hinterher im eiskalten Wasser baden konnte.

Mein Vater hat eine ganz andere Kreativität als meine Mutter. Mit ihr haben wir oft gebastelt, eigentlich immer nach Anleitung, Bücher angeguckt, Geschichten erzählt oder gemalt. Mit meinem Vater war es immer so... wir haben das, das, das und das... was könnte man daraus machen? Er hat sich immer viel mehr auf unsere Welt und unsere Phantasie eingelassen.

Meine Mutter hätte nie mit uns halbe Bergbäche umgegraben und gestaut, dass wir am Ende darin im eiskalten Wasser baden konnten, wie mein Vater. Wenn wir auf einen Baum klettern wollten, auf den wir alleine nicht raufgekommen wären, hat mein Vater uns geholfen. Oder wenn es darum ging, Dinge zu tun, die ein gewisses Risiko bedeuteten, bei dem uns vielleicht etwas hätte passieren können - konnten wir immer auf die wachsamen Augen meines Vaters zählen. Er hat uns machen lassen - aber er war da um uns zu retten, sobald es zu gefährlich geworden wäre. Das ist vielleicht leichtsinnig - aber half uns auch zu lernen, Gefahren einzuschätzen.

Ich idealisiere das wahrscheinlich, weil ich in meiner Kindheit so viel von beiden meiner Eltern hatte. Aber mein Punkt ist, dass ein Kind von seiner Mutter und von seinem Vater etwas lernen kann und beide, Männer und Frauen die Welt mit anderen Augen sehen. Alle Seiten profitieren, wenn sie sich aufeinander einlassen. Männer, die Elternzeit nehmen oder die, wenn sie 100% arbeiten die restliche Zeit wirklich mit der Familie verbringen (so wie mein Vater), sollten nicht versuchen, eine zweite Mutter zu sein - sie sollten ein Vater sein.

Wer mir jetzt immer noch mit "Männer sind alle Schweine und Arschlöcher" kommt, bekommt persönlich von mir eine übergebraten, zumindest gedanklich. Denn diese Aussage trifft ganz einfach nicht auf die vielen wunderbaren Männer zu, die ich kenne. Sie werden mit solchen herabwürdigenden Aussagen beleidigt - und ich kann zur Furie werden, wenn jene, die ich liebe, ungerechtfertigterweise angegriffen werden.

Männer sind anders, Frauen auch. Statt immer auf den Unterschieden herumzureiten und so zu tun, als würden wir uns nicht verstehen, würden wir besser weiter versuchen, sie zu verbinden. Vorurteile mögen ja helfen, Identität zu schaffen, aber sie zerstören viel, das eigentlich da wäre. Man kann aus dem Anderssein viel gewinnen, wenn man es akzeptiert - und plötzlich merkt man, dass man gar nicht so anders ist. Denn - und das geht jetzt ein wenig gegen den Tenor dieses Eintrags - letztlich hat jeder Mensch weibliche und männliche Seiten an sich. Der Mix machts.
Es sind auch die Vorurteile, die uns letztlich in festgefahrene Rollenbilder drücken, statt dass wir uns individuell entwickeln können. Es ist nicht hilfreich, Individuen "umerziehen" zu wollen - weder Männer zu Frauen und umgekehrt, noch Männer und Frauen in einengende, veraltete Geschlechterrollen, die ihnen nicht entsprechen. Emanzipation bedeutet für mich diese Freiheit. Die Möglichkeit, dass sich Männer, Frauen und Kinder entfalten können.
12.8.07 13:58


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Aus aktuellem Anlass

Da ich an meiner Entscheidung, in meinem früheren Stammforum nicht mehr an den Diskussionen teilzunehmen, nichts ändern möchte, habe ich mich entschieden, auf diesem Weg meine Gedanken zu einer dort geführten Diskussion zu äussern. Grundsätzlich ging es darum, dass jemand die Äusserung gemacht hat, er fände es unmoralisch, einen Job in der Waffen- oder Tabakindustrie anzunehmen. Dahinter stand die Annahme, es würde keine Waffen, Zigaretten etc. mehr geben, wenn niemand mehr dort arbeiten würde bzw. dass die Arbeiter dort es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können sollten, dass die Produkte ihrer Arbeit anderen Menschen schaden würden.

Ich kann diese Aussage so nicht stehenlassen, denn ich bin direkt betroffen und direkt angegriffen.

Mein Vater arbeitet seit fast 30 Jahren in einer Munitionsfabrik, als in der Waffenindustrie. Er hat Teile für Handgranaten hergestellt, die meisten für die Schweizer Armee, die also nie Menschenleben gefährdet haben – aber nachdem die Firma teilprivatisiert worden war, gelangten auch welche ins Ausland, unter anderem in Länder, die sich später am Irakkrieg beteiligt haben.

Der Vorwurf lautet also konkret, dass mein Vater seinen Job entweder nicht hätte annehmen oder hätte kündigen sollen, weil er indirekt die Leben jener Leute auf dem Gewissen hat, die möglicherweise im Irak daran gestorben sind. Der Vorwurf lautet weiter, dass dies überhaupt nur möglich wäre, weil mein Vater sich nie Gedanken darüber gemacht hätte, was er überhaupt täte und dass es in diesem Fall moralisch korrekt gewesen wäre, den Job aufzugeben und Sozialhilfe für seine 7-köpfige Familie zu beantragen. Dass mein Vater also ein durch und durch unmoralischer Mensch sei.

Und das ist der Punkt, wo mir der Kragen platzt. Jeder, der meinem Vater in die Augen sehen und diesen Vorwurf wiederholen kann, bekommt von mir persönlich mit dem Ethikbuch, auf das er sich beruft, eine übergebraten. Ja, das ist unmoralisch. Das ist mir egal.

Mein Vater ist nicht in der komfortablen Lage der Philosophen, die gänzlich auf sich alleine gestellt und materiell relativ unbeschwert hehre moralische Grundsätze errichten konnte und die es sich leisten können, ihre eigene moralische Integrität über alle anderen Gedanken zu stellen. Mein Vater hat auch die Verantwortung für seine Familie. Er hat sich entschieden, uns in seiner unmittelbaren Heimat aufzuziehen, an dem Ort, an dem er bis tief in den Boden verwurzelt ist, mit dem er verbunden ist und wo er sich wohl fühlt. Er hat sich entschieden, uns eine warme Stube zu bieten in einer intakten Familie, in der beide Eltern da waren und in der wir jeden Tag zu spüren bekommen haben, dass wir geliebt und besorgt werden. Ja, ihr lieben Philosophen, mein Vater hat seine eigene moralische Integrität in gewissem Sinne aus Liebe zu uns und seinen Wurzeln geopfert. Er hat darauf verzichtet, seine Heimat zu verlassen und anderswo weniger unmoralische Arbeit zu suchen und er hat auch darauf verzichtet, sich abends und am Wochenende weiterzubilden um vielleicht in unserer Randregion einen anderen Job zu finden, weil er die Zeit lieber in seine Familie investiert hat.

Jeder, der mir ins Gesicht sagt, dass dieser warmherzige Mensch unmoralisch sei, bloss, weil er das Wohl der „armen Kinder“, die er selbst zu verantworten hat über jenes der „armen Kinder in Afrika“ gestellt hat, dem wünsche ich, dass er selbst nie Familie hat. Denn wer so egoistisch und arrogant ist, von dem glaube ich nicht, dass er seine Kinder zu herzlichen Menschen erziehen wird. Nein, ich sage nicht, dass es „gut“ ist, in der Munitionsfabrik zu arbeiten und dass dies die strengen kant’schen Regeln des kategorischen Imperativs erfüllt – aber es ist manchmal unerlässlich, diese hohen moralischen Ansprüche zu opfern im Wissen, dass kein Mensch es schafft, sich in jeder Situation seines Lebens an diese Regeln zu halten. Zumal – und das ist ein anderer Punkt – die Fabrik, in der mein Vater arbeitet, nicht illegal ist, sondern im Gegenteil lange Jahre vom Staat selbst betrieben wurde. Von einem demokratischen Staat, der über Volksentscheid bestimmt hatte, dass er Waffen zu seiner Verteidigung produzieren möchte. Hier kann ich nicht abschliessend darauf eingehen, das würde zu lang werden.

Es gibt neben rationalen Kriterien auch noch andere Dinge, die die Welt ausmachen und die Entscheidungen von Menschen beeinflussen. Sie mögen auf allgemeiner, theoretischen Ebene keinen Sinn haben – aber für Individuen in ihrer ganz eigenen Situation machen sie den Unterschied aus. Mir ist menschliche Wärme und spürbare Liebe in diesem Moment viel wichtiger als bis ins letzte Detail durchgedachte Ethik aus dem Elfenbeinturm.

Denn das ist, was sich hinter dem Vorwurf der Realitätsferne verbirgt, den gerade Leute wie meine Familie diesen „Studierten“ entgegenbringen, von denen sie nicht viel halten. Es ist gut und recht, in der gemütlichen Stube beim Feuer zu sitzen und grosse Regeln aufzusetzen, an die man sich halten sollte. Ja, man sollte. Keiner sagt, dass Ethik schlecht ist – aber der Punkt, an dem es arrogant wird, ist jener, wenn man damit einfachen Menschen, die für ihr tägliches Brot und das ihrer Familie hart arbeitet, ihr Leben vorwerfen will.

Hier ist nämlich noch ein Punkt, an dem ich energisch widersprechen möchte: Sozialhilfe beziehen, obwohl man arbeiten könnte und eine Stelle hätte, ist nicht ethischer. Sozialhilfe ist Steuergeld und unterstützt Menschen, die in eine Notlage geraten sind, aus der sie sich nicht mehr aus eigener Kraft befreien können bzw. die Unterstützung brauchen, damit sie sich aus eigener Kraft befreien können. Sie ist nicht dazu da, die moralische Integrität von Individuen zu halten. Denn wenn es nicht mein Vater wäre, der die Handgranatenteile hergestellt hätte, wäre es ein anderer gewesen, der weniger moralische Bedenken gehabt hätte – und der würde dann mit seinem Steuergeld die Sozialhilfe finanzieren, die meine Familie hätte beziehen müssen. Damit wäre unser Lebensunterhalt ebenfalls durch Waffengeld finanziert worden, und Tabakgeld und allen anderen. Der Anteil wäre vielleicht kleiner, aber uns wäre es ein ganzes Stück schlechter gegangen.

Mein Vater steht bestimmt nicht jeden Morgen auf und beglückwünscht sich, dass er nun wieder Handgranaten herstellt, die möglicherweise Menschen töten könnten – aber es ist in meinen Augen unmenschlich, von ihm zu verlangen, dass er sich deswegen jeden Tag mit Schuldgefühlen geplagt unwillig zur Arbeit kämpft und damit sein eigenes und das Leben seiner ganzen Umgebung zur Hölle macht. Denn –

Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.
14.8.07 09:41


Imparare l'Italiano

Den Traum, neben Deutsch und Französisch auch noch die dritte grosse Schweizer Amtssprache zu lernen, hatte ich ja schon lange. Aber bis jetzt hatte es Ausreden gegeben, warum ich es nicht lerne... etwa, weil ich in einem französischsprachigen Gebiet war oder nicht wusste, wo ich die nächste Zeit wohnen würde, oder dass es zu teuer oder ich zu faul war.

Aber jetzt gab es langsam keine Gründe mehr, es nicht zu tun, deshalb habe ich gestern Abend spontan entschieden, mich einfach für einen Kurs einzuschreiben.

Ich wollte nicht ganz den Anfängerkurs machen, immerhin hatte ich in der Schule schon einmal ein Jahr ein wenig Italienisch gehabt, ich bin sozusagen zweisprachig Deutsch-Französisch und hatte in der Schule auch 6 1/2 lange Jahre Lateinunterricht... das heisst, ein passives Verständnis von Italienisch habe ich schon.

Gut, habe mich eingeschrieben und die Telefonnummer angegeben, damit die mich kontaktieren können. Haben sie gemacht - und die Frau sagte dann, ich soll doch vorbeikommen und den Einstufungstest machen.

Das habe ich gemacht. Ich gab mir besonders Mühe, weil ich dachte, dass man viele Punkte in dem Test haben muss, damit man in den Kurs A1 kommt. Das Resultat waren 25 von 36 möglichen Punkten... damit wäre ich dann nicht auf Niveau A1, sondern schon auf A2.

Mit dem Resultat, dass ich jetzt mit wenig aktiven Italienischkenntnissen in einen Kurs gehe mit Leuten, die schon ein ganzes Lehrbuch hinter sich haben. Freude. Man nennt es auch Herausforderung.

Aber die Assistentin dort sagte, ich könnte mich mit der Kursleiterin absprechen und bei so vielen passiven Italienischkenntnissen wäre es interessanter für mich, in den Fortgeschritteneren Kurs zu gehen.

Das Abenteuer beginnt... schon morgen Abend!
Nix mit Vorbereitung. Aber ins kalte Wasser geworfen zu werden, hat mich meistens geweckt. Ich bin zuversichtlich und freue mich mal darauf.
21.8.07 19:18


Spiegel Special: Sehnsucht nach Familie

Familienpolitik ist im Trend. Das freut mich als jemanden, der sich beruflich mit dem Thema befasst, natürlich ausserordentlich. Ich empfehle allen, besonders jenen, die immer noch an der sog. "traditionellen Familie" festhalten wollen, dringend die neuste Ausgabe von Spiegel Special (4/2007) zu lesen. Die 6 € sind in diesem Fall gut investiertes Geld. Jene Artikel, die ich bis jetzt gelesen habe, sind gut recherchiert und wiederspiegeln genau den aktuellen Stand der Forschung. Alles andere ist Ideologie und die bringt in diesem Bereich niemanden weiter.

Ich könnte ganze Artikel daraus einfach 1:1 hier zitieren und ein nickender Smiley daruntersetzen. Vielleicht komme ich noch dazu, die wichtigsten Erkenntnisse hier zusammenzufassen. Auch wenn ich es in der Vergangenheit schon oft genug getan habe.

Hier gibt's Details
22.8.07 15:31


Lezione Uno

Buonasera.
äh... non so anche dire qual'chosa.

Aber hier mal meine spontanen ersten Eindrücke:

1. Der Einstufungstest hat nicht gelogen. In einem tieferen Kurs hätte ich mich tatsächlich gelangweilt.

2. Die anderen Kursteilnehmer sind nicht extrem viel weiter als ich.

3. Ich werde dabei was lernen.

4. Die Gruppe scheint nett zu sein.

5. Die Lehrerin auch.

Es sind etwa 6 oder 7 Teilnehmer (nicht alle da) in dem Kurs. Die meisten älter als ich. Viel mehr weiss ich noch nicht über sie, nur, dass sie sehr locker drauf waren.

Meine allererste Feststellung über mich selbst ist, dass ich, seit mir der Knopf mit dem Englischen und dem Französischen aufgegangen ist, wohl ein gutes Sprachgefühl entwickelt habe. Die anderen Kursteilnehmer haben natürlich solidere Hintergründe, was das Sätzebilden und so betrifft - aber im Textverständnis bin ich ihnen wohl voraus.

Deshalb habe ich auch nicht das Gefühl, in einem Kurs zu sein, in dem alle schon weiter sind als ich - bloss, dass ich andere Kompetenzen mitbringe als die anderen und dass das Niveau deswegen stimmt.

Vielleicht ist es gerade beim Sprachenlernen - zumindest bei solchen, die zu einer verwandten Sprachfamilie einer anderen, schon bekannten Sprache gehören - wichtig, dass man sich nicht stören lässt, wenn man einzelne Ausdrücke oder Wendungen nicht kennt. Durch meine Jahre in Genf bin ich es mir gewöhnt, häufig mit Sätzen konfrontiert zu werden, von denen ich nicht ganz alles sofort verstehe.

Ich habe allerdings immer noch etwas Hemmungen zu versuchen, italienische Sätze zu bilden. Einfach, weil mir da fast jede Grundlage fehlt. Aber ich bin sicher, dass ich diese Hemmung auch noch ablegen werden. Anders geht es gar nicht - bei einem so kleinen Kurs. Und die Kursleiterin nimmt da keine Rücksicht. Allerdings habe ich auch gesehen, wie schwer sich die anderen im Kurs teilweise tun - das ermutigt mich.

Nächste Lektion ist in einer Woche, dann mehr. Und vielleicht kann ich dann auch schon was schreiben.

Das Thema ist übrigens gerade ein Heimspiel: La famiglia. La mia famiglia è la più grande di corso.
22.8.07 21:18


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