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What's wrong with you...

Eigentlich wollte ich schon lange eine Rezension über das Kaiser-Chiefs-Konzert letzten Dienstag schreiben... aber, wie immer, wenn man schon auf Arbeit viel zu tun hat, habe ich am Dienstag eine handfeste Erkältung eingefangen.

Jetzt bin ich das ganze Wochenende zu Hause gesessen und habe DVD geguckt. Season 2 von House M.D., um genau zu sein... Ich kann es nicht empfehlen, eine Krankenhausserie zu gucken, wenn man krank ist. Die Gefahr, leicht paranoid zu werden, ist relativ gross. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass House eine tolle Serie ist, die mir ein wenig ein Rätsel ist.... darüber muss ich mich dann aber auslassen, wenn ich wieder auf der Höhe bin. Und nach dem Konzertbericht.
4.11.07 20:12


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Oh my God I can't believe it... Kaiser Chiefs, live in Winterthur

Mir geht's wieder besser. Das heisst, mein Konzertbericht von vorletzter Woche kommt jetzt doch noch, soweit ich mich noch daran erinnern kann.

Zuerst einmal eine grosse Feststellung des Abends: Glaube nie den Angaben auf dem Ticket!
Dort stand nämlich, die Türöffnungszeit wäre um 17.00h und die Konzerte würden um 18.15 mit der ersten Vorband beginnen. Meine Schwestern und ich hatten ziemlich Stress, ich bin sogar früher von der Arbeit weggegangen - und als wir um 18.30h in der Konzerthalle waren, war das grelle Turnhallenlicht noch an, es sassen ein paar Teenies herum, aber von Konzert war weit und breit noch nichts zu sehen.

Diese Feststellung mag auf den ersten Augenblick vielleicht unwichtig erscheinen - ist sie aber nicht, denn meine Schwester hatte beschlossen, noch am selben Abend wieder nach Fribourg zurückfahren zu wollen - das dauert insgesamt 2 1/2 Stunden von Winterthur aus und der letzte Zug fährt um 22.30h los. Eine Stunde später gab es noch einen Zug, der uns immerhin bis Bern zurückbringen würde - aber dann müsste meine Schwester bei mir übernachten und darauf wäre ich nicht vorbereitet gewesen.

Das Konzert musste also spätestens um 22.10h fertig sein, damit wir es noch zum Bahnhof schafften - und je länger es sich verzögerte, desto unsicherer würde es, dass es uns noch reichen würde. Ich kann sagen, dass mir dieser Stress die Freude über das Konzert ein bisschen verdorben hat, weil wir ständig auf die Uhr geschaut haben und gebibbert haben, dass es rechtzeitig fertig würde. Normalerweise hofft man ja eher, dass ein gutes Konzert noch lange weitergeht...

Irgendwann nach 19 Uhr spielte dann - *endlich* - die erste Vorband, deren einziger Pluspunkt war, dass sie aus Island kamen. Ansonsten waren Schwestern und ich uns einig, dass man den Sänger hätte austauschen müssen, damit die Band was hergeben würde - und dass es in Island wohl nur einen einzigen Coiffeur gibt und der ist scheisse.
Das war es wohl auch, das den Musikern den "Jöö-Faktor" verwehrt haben - denn die sahen nicht älter aus als 16, waren es aber bestimmt.

Die zweite Vorband schaffte es auch nicht, so richtig Stimmung aufzubringen. Dies, obwohl der Schlagzeuger schon ganz alleine mit seinem witzigen Stil für Show gesorgt hätte. Fairerweise muss ich auch sagen, dass es einfach furchtbar sein muss, vor einer Menge Fans einer anderen Band in einer vierfach-Turnhalle zu spielen, die dazu auch noch immer noch nur mässig gefüllt war.

Meine Schwester hatte trotzdem kein Mitleid mit den Vorbands - denn ein Freund von ihr, der im Musikgeschäft arbeitet, hatte ihr kurz davor erklärt, dass Bandmanager grosse Bands bezahlen, damit ihre Band als Vorgruppe auftreten kann. Es gebe keine bessere Publicity, sagen sie.

In Winterthur zweifelte ich an der Erklärung. Ich habe selten ein so gelangweiltes und uninteressiertes Publikum erlebt - aber ich schätze, bei Open Airs geht man Konzerte auch ganz anders an. Da besucht jede Gruppe und lässt sich gerne überraschen - während die hier nur dafür bezahlt hatten, Kaiser Chiefs zu sehen.

Und dass es sich lohnt, für die zu bezahlen und auch wie auf Nadeln sitzend zwei Vorbands über sich ergehen zu lassen, bewiesen sie, als sie kurz vor 21 Uhr die Bühne betraten. Kaiser Chiefs rocken!

Es gibt aktuell bestimmt keine Band, in der sich der Frontmann so verausgabt um Partystimmung im Saal aufkommen zu lassen. Ricky forderte die Leute auf, mitzusingen, auch wenn man den Text nicht kann, mitzuklatschen, mitzuhüpfen und machte Stagediving und einem Ausflug ins Publikum. Ein Star zum Anfassen mit Songs zum Mitsingen! Er war am Ende des Konzerts völlig fertig und durchgeschwitzt. Ich glaube, nach James Browns Tod kann sich Ricky sicher als Erbe für den "hardest working man in show business"-Titel bewerben.

Allein wegen der Stimmung, die dieser Mensch fast ganz alleine erzeugen kann, lohnt sich jedes Kaiser Chiefs Konzert! Man muss dafür nicht einmal die Lieder mögen, das muss man einfach erlebt haben! Wenn man die Lieder dann auch noch liebt und auswendig kann, ist das einfach eine Garantie für einen tollen Abend!

Ganz wohl war mir an dem Konzert trotzdem nicht. Ich bin sicher, ich wäre absolut begeistert gewesen, wenn es mein erstes Kaiser-Chiefs-Konzert gewesen wäre. Nun ist es aber so, dass ich sie vor beinahe zwei Jahren schon einmal live gesehen hatte - nicht in einer nüchternen, ja, hässlichen Turnhalle, sondern in einem der besten Konzertlokale des westlichen Mittellands, im Fri-Son in Fribourg.

Während in Winterthur einfach kommerzielle Konzertatmosphäre herrschte, war es damals in Fribourg in einem Club. Es war kleiner, stimmiger und die Band und das Publikum gingen noch viel mehr ab. In Winterthur war es ein hundsgewöhnliches Konzert, in Fribourg war es eine Party, an der richtig gefeiert wurde. (Abgesehen davon, dass meine Schwestern und ich mit diesem Konzert in Fribourg einige Anekdoten erlebt haben, die wir wohl unseren Enkeln noch erzählen werden.)

Damals kannte man die Kaiser Chiefs hier auch noch kaum - das heisst, es ist ein wenig so, wie wenn man die Rolling Stones mal in den 60ern gesehen hat und jetzt auf deren Stadiontournee geht. Die Band ist die gleiche, sie sind und bleiben genial - die Show ist ebenfalls nicht viel anders, aber es ist trotzdem nicht mehr das gleiche. Damals in Fribourg waren in den vordersten Reihen praktisch nur Fans aus Grossbritannien, die ihrer Band überallhin nachreisten. Solche Leute habe ich in Winterthur keine mehr gesehen.

Dass ich jetzt nicht in Begeisterungsstürme über das Konzert ausbreche, liegt demnach nicht daran, dass es schlecht gewesen wäre. Es war super! Aber die Messlatte des ersten Konzerts von ihnen war einfach zu hoch. Deswegen blieb ein schaler Nachgeschmack. Klar ist, dass so die Erinnerung an das erste Konzert bestimmt nicht weniger glorifiziert wird. An das Konzert in Winterthur hingegen erinnere ich mich jetzt, eineinhalb Wochen später, schon nicht mehr im Detail.

Hinzu kommt, dass ich die Lieder von der ersten CD besser kenne als von der zweiten. Der Grossteil des Publikums kannte aber die zweite besser und die erste wohl oft gar nicht. Das heisst, immer, wenn meine Schwestern und ich mit voller Kehle mitsangen, sangen die Leute um uns herum nur verhalten mit (was einen *etwas* seltsam fühlen lässt) - während ich nicht mitsingen konnte, wenn sie sangen. Und ein Lied, das auf einer EP war, die ich ganz zu Beginn mal gekauft hatte, weil man das Album in der Schweiz nirgends kriegen konnte, kannten sogar praktisch nur wir ("Take my Temperature") - das war sehr seltsam.

Wenn die Kaiser Chiefs wieder einmal in der Schweiz spielen würden, würde ich sicher wieder hingehen. Die Band ist einfach etwas vom besten, was es im Moment im Indie-Rock-Bereich gibt und ihre Konzerte sind ein Erlebnis, das keine andere dieser Bands bietet. Ich hoffe aber doch, dass sie das nächste Mal eine bessere Konzerthalle finden als jene in Winterthur. Eine so scheussliche Turnhalle ist einfach nicht für Konzerte geeignet. (Obwohl dauernd welche dort stattfinden.)

Das Konzert war übrigens wirklich um 22.10h fertig, wir mussten beim Applaus sparen und uns stattdessen zum Ausgang zwängen und schafften es noch auf den Zug, den meine Schwester nach Fribourg brachte. Als "Erinnerung" an das Konzert waren wir alle drei ein paar Tage später schrecklich erkältet.
10.11.07 12:12


Das Gummibärchen-Drama

"Habt ihr gewusst, dass grüne Gummibärchen Erdbeergeschmack haben?" mit dieser Bemerkung über eine Sendung, die sie kürzlich gesehen hat, hat K. letzten Dienstag nicht nur eine Diskussion ausgelöst, sie hat wohl auch mehr als die Hälfte unserer Stammrunde dazu gebracht, wieder einmal Goldbären zu kaufen.

Meine Schwester hat sie aber damit beinahe in eine kleinere Existenzkrise geschickt. Sie war nämlich immer heimlich stolz darauf, dass die grünen Gummibärchen ihre Lieblingsbärchen waren - und nicht die roten wie bei den meisten anderen. Sie dachte immer, sie hätten Apfelgeschmack - was auch nicht gerade ein gutes Licht auf Haribo wirft. Oder vielleicht auch nur zeigt, wie stark Auge und Geschmackssinn zusammenhängen.

Nun glauben aber wohl die meisten Leute, dass die roten Erdbeere sind und haben sie deswegen am Liebsten - sodass sich meine Schwester ein wenig betrogen fühlte, als "ihre" Grünen sich als die echten Erdbeerbärchen entpuppt haben. Erbeergeschmack zu mögen ist genauso Mainstream wie rote Gummibärchen zu mögen - und wenn man stolz darauf ist, in einer Sache nicht Mainstream zu sein, dann ist das nicht gut. Der Grund, warum die Erdbeer-Gummibärchen grün sind, war übrigens einfach, dass rot schon von Himbeere besetzt war.

Als ich bei Wikipedia die Geschichte von K. überprüft habe, habe ich herausgefunden, dass Haribo in diesem Sommer die Zusammensetzung ihrer Packungen verändert hat. Die Goldbären mit Erdbeergeschmack sind jetzt hellrot - und die grünen haben jetzt wirklich Apfelgeschmack.

Das hat meine Schwester, die sich gerade mit der ersten Nachricht abgefunden hatte, mir nicht geglaubt. Sie klammerte sich an den letzten Strohhalm... es musste ein Fehler bei Wikipedia sein. Schliesslich konnte da jeder verändern... die Probe aufs Exempel habe ich heute gemacht und das kam so:

Als ich auf der Rückreise heute im Bahnhof an einem Getränke- und Süssigkeitenautomaten etwas zu trinken herauslassen wollte, meinte es der Automat gut mit mir. Obwohl genau bezahlt hatte, gab mir das Gerät zum Getränk Rückgeld - und zwar mehr, als ich eingeworfen hatte! Mit einem Teil des Rückgelds habe ich dann am gleichen Automaten eine Packung Goldbären gekauft (es kam kein Rückgeld mehr raus, diesmal). Tatsächlich, in den neuen Packungen gibt es jetzt hellrote und dunkelrote Gummibärchen und die grünen haben eindeutig Apfelgeschmack.

Tja. Bleibt, dass bis vor kurzem die grünen Goldbärchen Erdbeergeschmack hatten. Dass man bei Süsskram nicht auf die Farbe gehen kann. Und dass ein triviales Thema in einer Stammrunde kleine, ebenso triviale Kettenreaktionen auslösen kann.
11.11.07 20:49


Der Klimawandel ist schuld!

Im letzten Jahr gab es keinen Winter. Da konnte man in allen Zeitungen lesen, dafür wäre der Klimawandel verantwortlich. Dieses Jahr schneit es schon jetzt, Mitte November, bis ins Flachland, wie es sonst nur im Januar tut. Daran ist auch der Klimawandel schuld. Und wenn der Sommer kalt ist, ist der Klimawandel schuld, wenn er zu heiss ist sowieso... Es gibt keine Wetterkapriole mehr, die einfach nur als eine Kapriole gesehen wird - alles scheint ein dramatisches Anzeichen des Klimawandels zu sein.

Ich bezweifle nicht, dass es wissenschaftlich tatsächlich nachweisbar ist, dass der Klimawandel sowohl für aussergewöhnlich kalte wie für aussergewöhnlich warme Winter sorgen kann - denn das Klima ist ein dermassen komplexes Gebilde, dass viele Faktoren hineinspielen und eine kleine Veränderung bei einem davon zu Kettenreaktionen manchmal rund um den Globus führen kann. Ich kenne mich hier zuwenig aus um es wirklich beurteilen zu können.

Es kann sogar sein, dass zwei Forscher anhand der gleichen Studie zu einem gegensätzlichen Resultat kommen, die beide legitim sind. Die Schwierigkeit an einem Forschungsprojekt allgemein liegt nicht so sehr daran, die Daten zu beschaffen - sie liegt einerseits in der Methode, die dafür verwendet wird und andererseits in der Interpretation der Ergebnisse. Die haargenau gleichen Ergebnisse können nämlich je nach Interpretationsmodell, auf das man sich stützt, zu völlig unterschiedlichen Resultaten führen. Diesen Teil der Forschung wird in der Öffentlichkeit viel zu wenig kommuniziert und noch weniger wahrgenommen. In der Politik besteht eine geradezu beängstigende Zahlengläubigkeit. Zahlen gaukeln vor, wertneutral und objektiv zu sein - wer aber je einmal mit Statisiken und Auswertungen gearbeitet hat, der weiss, wie sehr die Zahlen noch menscheln.

Medienschaffende lieben Etiketten, besonders solche, die Schlagzeilen machen, die sich gut verkaufen lassen, mit denen man im Gespräch bleibt. Es handelt sich eigentlich um eine ganz einfache Marktsituation: die Medienkonsumenten wollen mehr Geschichten zu einem Themen, die Medien liefern sie. Nachfrage und ein Angebot, das darauf antwortet. Das heisst, während eine einfache Schlagzeile über einen frühen Wintereinbruch kaum Aufsehen erregt, lesen die Leute erstmal hin, wenn es heisst: "Forscher beweisen: Klimawandel sorgt für kalte Winter!" Die Schlagzeile "Klimawandel führt zu mehr Extremereignissen" ist hingegen einfach nicht so leserwirksam wie "Klimawandel: Skigebiete können aufatmen" oder "Klimawandel: Bald Palmen in Bern?"

Das Problem an der Sache ist nur, dass sich das Etikett abnützt, je öfter es benutzt wird. Am Anfang sind die Leute schockiert vom Klimawandel, dann beunruhigt und irgendwann kann man es nicht mehr hören, man hält sich die Ohren zu und tut lieber so, als gäbe es ihn gar nicht. Je mehr der Klimawandel zu einem Sündenbock für alles gemacht wird, was mit dem Wetter geschieht, desto trivialer wird er. Dann wird es immer schwieriger, der Bevölkerung wirklich griffige Massnahmen dagegen zu verkaufen - schliesslich hat man sich längst daran gewöhnt.

Ich fände es besser, wenn man sich in der Berichterstattung über den Klimawandel wieder etwas zurücknehmen - dafür die Berichte, die man macht, einprägsam und verständlich gestalten würde. Ich glaube nicht, dass eine Mehrheit sich die Mühe machen will, den scheinbaren Widerspruch zu verstehen, dass die Veränderungen im Klima sowohl zu kälteren Wintern/Sommern, als auch zu wärmeren Jahreszeiten führen kann. Sie werden den viel einfacheren Schluss ziehen: "wenn der Klimawandel sowieso alles mögliche bewirken kann, kann er so schlimm ja nicht sein." Weniger Hype und mehr Inhalt könnte, wenn es so weitergeht, bald dringend nötig sein.
15.11.07 21:57


D'Laiwi

Naturphänomene sind in Bergregionen nicht einfach Dinge, die halt passieren. Sie sind personifiziert, fast schon eine Art geheimnisvolle Wesen. Es ist leicht, in diesem Umfeld noch an Geister, Feen und Ungeheuer zu glauben. Natürlich hat die Aufklärung auch unsere Regionen längst erreicht, die Bergler sind nicht weniger modern als alle anderen - aber eine gewisse Faszination und Wertschätzung für die Natur, die sie umgibt, ist geblieben.

Das Beispiel, das mich seit meiner Kindheit an am meisten beeindruckt, ist die Lawine, bei uns "d' Laiwi" genannt. Als ich klein war, habe ich die Welt als etwas belebtes wahrgenommen. Ich konnte noch nicht so gut zwischen unbelebten Dingen und Lebewesen unterscheiden. Alles, was sich bewegt hatte oder einen Namen hatte, hat irgendwie gelebt - und das, was nicht gelebt hat, habe ich mit meiner Phantasie zum Leben gebracht. "D' Laiwi" hat mir deswegen richtig Angst gemacht. Natürlich ist eine Lawine auch wirklich etwas, das einen töten und jede Menge Unheil anrichten kann - aber meine Angst war nicht so konkret. Sie betraf viel eher diese unheimliche Gestalt, die mit Vorliebe mitten in der Nacht mit lautem Rumoren und Getöse den Berg hinunterkam.

Denn die Bergler sprechen nie so prosaisch von "einer Lawine, die sich gelöst hat". Es ist immer "die Lawine" und manche kommen so regelmässig, dass sie sogar einen Namen haben - meist den gleichen wie der Berg, an dem sie sich lösen oder die Rinne, durch die sie ins Tal kommen. Da haben selbst ganz alltägliche Berichte bei jemandem, der mit etwas zu viel Phantasie ausgestattet ist, einen märchenhaften Unterton. Wie in den Sagen, in denen die Naturgeister in die Leben der Menschen hineinspielen.

Ich war noch nie im Winter in einem Bergtal und habe nachts die "Laiwänä" gehört - aber mir reichte schon das "Rumpeln", das man bei Tag mitbekommt um mir einen Schrecken einzujagen. Ich bewundere die Leute, die so ruhig in der Nähe eines Lawinenhangs leben können; nicht nur mit der Angst, einmal mitgerissen zu werden, sollte sie nicht ihren normalen Kurs nehmen - schon alleine mit der dauernden Erinnerung daran, dass es in der Natur Kräfte gibt, die eine unberechenbare Stärke haben. Es klingt so abgedroschen und tausendmal bis zum Klischee wiederholt - aber die Leute in den Bergen oder auch anderen weniger verstädterten Regionen haben einfach eine viel engere Beziehung zu ihrer Umgebung bewahrt. Deswegen sprechen sie auch trotz wissenschaftlicher Aufklärung immer noch von "der Lawine", von ihr, von einer geheimnisvollen "sie" und nicht einfach von einer "große Massen von Eis oder Schnee, die sich von Berghängen ablösen und zum Tal gleiten oder stürzen".

Ein anderer Dauerbegleiter von uns Alpenbewohnern ist übrigens "der Föhn", der auch weit mehr ist als bloss ein Wind. Und von mein persönliches Trauma mit "dem Gestank" erzähle ich ein anderes Mal.
18.11.07 23:26


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