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Einladung zum Absagegespräch

Letzten Dezember hatte ich, wirklich in letzter Minute, eine Bewerbung für eine absolut tolle Stelle abgeschickt, auf die ich mir aber keine grossen Hoffnungen machte. Sie war genau in meinem Themengebiet, sie wäre fast am gleichen Ort gewesen, wie ich schon jetzt arbeite, verantwortungsvoll und sehr gut bezahlt.

Ich war deswegen sehr aufgeregt, als ich letzten Montag die Einladung zum Gespräch für diese Stelle erhielt. Das war meine Chance! Offensichtlich war meine Bewerbung zumindest so überzeugend, dass ich mich jetzt präsentieren könnte und ich war hochmotiviert, die Verantwortlichen davon zu überzeugen, dass sie mir die Stelle unbedingt geben sollten.

Deswegen bin ich vor dem Gespräch über Mittag nach Hause gefahren, habe mich optimal vorbereitet, sogar noch einen neuen Pullover gekauft...

Als ich dann in das Büro kam, in dem das Gespräch hätte stattfinden sollen, glaubte ich bald, im falschen Film zu sitzen. Es war nämlich nicht, wie ich geglaubt hatte, eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch, sondern nur die Einladung zu einem Gespräch - einem Gespräch, in dem sie mir persönlich sagen wollten, warum sie mir die Stelle nicht geben können.

Wie immer in solchen Situationen, sass ich einfach nur da, mit einem festgefrorenen Lächeln im Gesicht, freundlich, nur die Haltung nicht verlieren... wie konnte ich nur so dumm und naiv sein, zu glauben, wenn man von jemandem, bei dem man sich beworben hat, zu einem Gespräch eingeladen wird, dass er dann meint, es wäre ein Vorstellungsgespräch!

Mittlerweile haben sich die Verantwortlichen auch indirekt bei mir für diesen Kommunikationsfehler entschuldigt - konkret, meine Chefin hat es bei ihnen angesprochen und sie haben sich offiziell bei ihr entschuldigt. Sie hat es mir weitergegeben.

Die Begründung, warum sie meine Bewerbung nicht berücksichtigt hatten, jene, die sie mir lieber nicht schriftlich hatten sagen wollen, warum übrigens, dass ich einfach noch zuwenig Erfahrung in diesem Bereich hätte. An meinen Fachkenntnissen hatten sie nichts auszusetzen, sie haben sogar meine Unterlagen noch genommen, die ich eigentlich dabeigehabt hätte, waren sehr interessiert an meinen Arbeiten.

Aber wie soll jemand mit 25 Jahren denn in diesem Bereich schon Erfahrung haben? Es ist neben der grossen Enttäuschung über diese Kommunikationspanne das Frustrierendste an der Geschichte: Dass mein einziges wirkliches Manko, das mich bei dieser Bewerbung frühzeitig aus dem Rennen warf, etwas war, das ich beim besten Willen nicht verbessern kann. Ich kann nur Erfahrung sammeln, wenn irgendjemand sein Vertrauen in mich setzt und mir eine Stelle gibt. Vielleicht wuchs aber Erfahrung früher auch auf Erfahrungsbäumen und die sind dann wahrscheinlich durch die Klimaerwärmung ausgestorben.

Einen aufbauenderen Start in den Bewerbungsprozess hätte man sich gar nicht wünschen können.
17.1.08 23:39


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