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Jane Austen - Sense and Sensibility

Nachdem mir Pride and Prejudice so gut gefallen hat, habe ich mir vorgenommen, den Rest von Jane Austen ebenfalls zu lesen. Als nächstes war deswegen Sense and Sensibility dran... und mein Vorsatz wurde schon zum ersten Mal getestet.

Mir hat das Buch überhaupt nicht zugesagt. Ich weiss nicht, was daran so anders ist als an Pride and Prejudice, dass es mir nicht gefällt. Irgendwie erschienen mir die Figuren in P&P lebendiger und spannender als jene in S&S. Wahrscheinlich liegt es zuallererst an den Hauptfiguren. Mit der Familie Bennet aus P&P kann ich trotz allen Unterschieden sehr mitfühlen, weil ich selbst 3 Schwestern (und einen Bruder) habe. Obwohl unser Leben und die Ziele gänzlich anders sind und unsere Mutter sich um alles andere kümmern würde als darum, uns mit Männern zu verkuppeln - die Familie Bennet war mir nicht ganz fremd und ich konnte sie mir lebhaft vorstellen.

Das fehlte mir bei den Dashwoods in S&S. Insbesondere die theatralische Gefühlsdusselei von Marianne, die zwar offensichtlich ironisch überzeichnet war, ging mir von der ersten Seite an auf die Nerven... und es ist nicht gerade ein gutes Vorzeichen für ein Buch, wenn einem eine der beiden Hauptfiguren nervt. Elinor war mir mit ihren durchwegs rationalen Begründungen auch nicht unbedingt viel sympathischer.

Bevor ich jetzt anfange zu spoilern, mein persönlicher ketzerischer Tipp an alle, die das Buch nicht gelesen haben: Es gibt eine wirklich gute Verfilmung des Stoffs von Ang Lee, mit Emma Thompson, Hugh Grant, Kate Winslet und Alan Rickman in den Hauptrollen - schaut euch den Film an und vergesst das Buch. Äh... das, obwohl ich in den meisten Fällen Buchpuristin bin und immer empfehle, die Bücher zu lesen. Hier hätte mir glaub ich der Film gereicht. Ja, und Hugh Laurie (von House M.D.) hat auch eine kleine, passende Rolle.

So, von hier an nehme ich keine Rücksicht mehr auf Nicht-Leser.

Wirklich.

S&S war mir im Gegensatz zu P&P einfach zu wenig auf ein Ziel ausgerichtet - so doof einem das Ziel, 5 Töchter möglichst gut verheiraten zu wollen, auch erscheinen mag. Deswegen dümpelte S&S auch so vor sich hin, ohne dass man erahnen konnte, in welche Richtung es gehen sollte - und die Wendungen, die am Schluss zum "Happy End" führen, erschienen mir doch reichlich an den Haaren herbeigezogen. Auf den letzten Seiten erfährt man plötzlich, dass Lucy nun doch Robert geheiratet hat und Edward damit frei wird... warum? Zumal ich auch nicht ganz nachvollziehen kann, warum Elinor so wild darauf war, diesen Edward zu heiraten, der als handelnde Figur kaum je auftritt. Ich muss aber zugeben, dass er mir im Film sympathischer vorkam als im Buch. Im Buch war er der grosse Abwesende, von dem höchstens viel gesprochen wurde.

Warum Marianne plötzlich den Colonel toll findet, nachdem sie ihn so lange geschmäht hat, versteh ich auch nicht. Nicht, weil ich nicht glaube, dass jemand seine Meinung über einen anderen ändern könnte... sondern bloss, weil man diese Veränderung nicht mitbekommt und quasi weder mit dem Verstand noch mit dem Gefühl nachvollziehen kann.

Ich war aber ohnehin der Meinung, dass der Colonel und Elinor viel besser zusammengepasst hätten. Mir war rätselhaft, was der an Marianne fand. Die Erklärung, sie würde ihn an seine erste grosse Liebe erinnern, fand ich irgendwie nicht ausreichend und eher ein Grund, warum die Ehe später nicht glücklich werden dürfte - er hat sie schliesslich nicht ihretwegen ausgewählt, sondern wegen einer, die er verloren hat. Das ist zumindest die einzige Erklärung, die mir in dem ganzen Buch aufgefallen ist, die für diese Zuneigung gegeben wurde.

Es gab aber natürlich auch gute Dinge. Die typischen Jane-Austen-Figuren tauchten auch in Sense and Sensibility auf. Jene herrlich überzeichneten Nebenfiguren, die nervigen Verwandten, denen es nur ums Geld geht und die gelangweilten Aristokraten, die sich einen Spass daraus machen, ihre Gäste aufzuziehen und passende und unpassende Witze über sie zu machen.

Auch die Tatsache, dass sie von enttäuschten Hoffnungen berichtet und diese auch schonungslos durchspielt, fand ich sympathisch.

Das Thema an sich, ob nun Verstand oder Gefühl (wie das Buch anscheinend auf Deutsch heisst) letztlich der bessere Ratgeber sei, ist eigentlich eine interessante Frage, bloss hat mich das Buch einfach nicht gefesselt. Irgendwie habe ich auch den Eindruck, dass mir bei dem Buch irgendetwas entgangen sein muss... etwas, das meine Verwunderung über den Ausgang der Geschichte am Ende erklären würde oder auch nur die Ziele, die die Geschichte vorantreiben.
6.3.08 22:49


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Jane Austen - Northanger Abbey

Wieder ein Jane-Austen-Buch. Diesmal habe ich mir den ersten ihrer Romane vorgenommen, der aber erst nach ihrem Tod publiziert wurde: Northanger Abbey.

Zuallererst hat mich das Buch wieder vollkommen mit Jane Austen versöhnt, nachdem ich mich durch Sense and Sensibility ja eher gequält hatte. Northanger Abbey ist einfach nur ironisch, im besten Sinn des Wortes!

Die Hauptfigur, Catherine Morland, ist absolut naiv und gutgläubig, aber trotzdem nicht so dumm, dass man sich über sie aufregen müsste. Ich habe mich sehr darüber amüsiert, wie sie die Aussagen all der Leute in ihrem Umfeld ernst nahm, während es offensichtlich war, dass sie genau das Gegenteil dessen meinten, was sie sagten. Ich konnte mich insofern mit ihr identifizieren, als dass ich selbst auch schon öfters unter zu viel Phantasie gelitten habe und Nächte nicht schlafen konnte, weil ich mir irgendwelche gruseligen Sachen eingebildet hatte. Auf der anderen Seite habe ich natürlich sehr viel früher den Unterschied zwischen Realität und Fiktion entdeckt als sie.

Ich habe mich gut amüsiert - insbesondere auch über die Figur von Mrs. Allen, die anscheinend wirklich nichts anderes im Kopf hat als Kleider, insbesondere, wenn sie ihr gehören. Wie andere Leute nur über ihre Kinder sprechen, spricht sie nur über ihre Klamotten - ein Fashion Victim, wenn es das damals schon gegeben hätte.

Am Ende des Buches hätte ich gerne noch erfahren, was mit den Thorpes passiert ist und ob James Morland am Ende doch noch glücklich geheiratet hat - aber das kann man auch der Phantasie überlassen.

Northanger Abbey hat viele zitierwürdige Sätze, die ich gar nicht alle heraussuchen kann - insbesondere übers Schreiben, über Bücher, über Realität und Fiktion, aber auch über Frauen. Ich habe mich sehr gefreut zu lesen, dass Catherine Morland sich darüber beschwert, dass Geschichte langweilig sei, weil so wenig Frauen darin vorkämen - da hat sie recht, aber glücklicherweise gibt es seit einigen Jahren viele Anstrengungen, dies zu ändern.

Ich bin sowieso der Meinung, dass unter all dem gut verheiraten und der Beschreibung von Frauen, die vor allen Dingen hübsch sein müssen, doch einige Anzeichen verborgen sind, die andeuten, dass Frauen zu mehr fähig wären als zur liebenden Ehefrau und Hausherrin eines grossen Haushalts. Ich glaube auch, dass Jane Austen dieses Los bedauert hat und immer wieder andeutet, dass sie gerne mehr zu sagen hätte als sich für eine Dame ziemt. Für ihre Zeit muss sie schon reichlich emanzipiert gewesen sein und lässt einen auch bewusst werden, wieviel die Emanzipation der Frauen schon erreicht hat. (Um noch ein nachträgliches Wort zum 8. März anzuhängen)

Im Moment zögere ich gerade, ob ich jetzt mit den anderen Jane-Austen weitermachen soll oder nicht. So unterhaltsam ich die Geschichten finde, fängt es mich langsam auch an zu langweilen, dass es eigentlich nie um etwas anderes geht als wie eine oder mehrere Frauen zu ihren Männern kommen. Wir werden sehen.
9.3.08 15:27


Nicht ganz dicht

"Das Bundeshaus nicht ganz dicht?" Was die Schweizer Boulevard-Zeitung "Blick" da wohl herausgefunden hat? Es ist ein reisserischer Titel, wie man ihn sich von der Zeitung ja gewohnt ist - haben die Politiker in der Session den Verstand verloren? Hat es in die neu renovierte Kuppel geregnet?

Weit gefehlt. In dem Artikel geht es um nichts dergleichen. Der Blick hat lediglich mit einem Wärmefotografen ein Bild des Bundeshauses gemacht um zu prüfen, wie gut die Wärmedichtung und damit die Minergie-Tauglichkeit des Bundeshauses ist.

Nun müsste man doch vermuten, dass der Blick skandalöserweise herausgefunden hätte, dass das neu renovierte Bundeshaus den Minergie-Kriterien überhaupt nicht entspräche und damit dem gestern beschlossenen neuen Reglement des Ständerats widersprechen würde. Ein Skandal, nachdem gerade erst mehrere Millionen in die Renovation des Hauses investiert wurden?

Nein, im Gegenteil.

Die Wärmebildkamera zeigt, dass die Wärmedichtung des Bundeshauses ausgezeichnet funktioniert. In keinem der bereits renovierten Teilen gibt es Lecks oder isolationstechnische Mängel. Des Bundeshaus ist minergietauglich, mit Ausnahme jener Gebäudeteile, die in Kürze noch renoviert werden sollen und einem Fenster in der Kuppel, das aber gerade dazu dient, die in die Kuppel gestiegene Wärme abzulassen.

Mit anderen Worten: Das Bundeshaus ist absolut dicht und vorbildlich. Sagt der Artikel. Aber ein solcher Titel würde sich ja nicht verkaufen. Da stellt sich bloss die Frage, wer hier nicht ganz dicht ist.
12.3.08 22:47





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