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Hogwarts

Hogwarts Hausanalysen - Teil 4: Slytherin

Slytherin

Was uns der Sorting Hat verrät:

1. Buch

Or perhaps in Slytherin
You'll make your real friends,
Those cunning folks use any means
To achieve their ends.

4. Buch

shrewd Slytherin, from fen.

And power-hungry Slytherin
loved those of great ambition.

5. Buch:


Said Slytherin, "We'll teach just those
Whose ancestry's purest."

For instance, Slytherin
Took only pure-blood wizards
Of great cunning just like him.

And at last there came a morning
when old Slytherin departed

Wenn es Politiker in Hogwarts gibt, dann sind sie in Slytherin. Sowohl „cunning“, Durchtriebenheit, als auch Ambition sind Eigenschaften, die die meisten Politiker auszeichnen. Um genau zu sein, sind die Slytherins konservative Politiker – nicht, dass die Politiker anderer Ausrichtung andere Ansichten hätten – sie möchten nicht, dass die Dinge sich verändern. Das Festhalten am reinen Blut klingt in unseren heutigen Ohren natürlich arrogant und rassistisch – eigentlich basiert es aber auf der Angst vor Veränderung, vor Verrat. In der Zeit, als Hogwarts gegründet wurde, waren Hexen und Zauberer in der „Mugglewelt“ schliesslich gefürchtet. Man kann seine Angst, Kinder aus reinem Muggle-Umfeld nach Hogwarts aufzunehmen, in diesem Zusammenhang verstehen. Wenn er gleichzeitig viel Wert auf die beiden genannten Fähigkeiten, man könnte „cunning“ auch „strategische Intelligenz“ nennen und Ambition, legt er den Grundstein für das Überleben der Zauberergemeinschaft. Solche Leute braucht eine gefährdete Gesellschaft – zusammen mit den heldenhaften Gryffindors sollten die Slytherins es schaffen, die magische Gesellschaft gegen den Druck der Muggles zu verteidigen. Es ist also kein Wunder, dass die beiden anfänglich Freunde waren. Ein Gryffindor und ein Slytherin zusammen vereinen die beiden Merkmale, die gemäss Machiavelli ein Fürst haben muss: List und (Waffen-)Stärke.

Das Problem mit solch eigentlich noblen Ansichten ist nur, dass die Umstände sich ändern können und dass neue Werte gefragt wären. Wenn aus Slytherins Überlebensstrategie eine Tradition wird, kann sie plötzlich selbst das Überleben der magischen Gesellschaft in Gefahr bringen. Denn heute wäre eigentlich die Vereinigung aller magischen Wesen und aller Zauberer notwendig, um nicht an „Inzucht“ zugrunde zu gehen. Aber diese Einsicht wird sich in Slytherin nicht durchsetzen, da die traditionellen Slytherinfamilien ihren Ruhm und ihr Ansehen auf Salazars Ideen aufbauen. So ist auch verständlich, dass viele Slytherinabgänger als Death Eaters bei Voldemort gelandet sind. Er, der die charakteristische List dieses Hauses perfektioniert hat, wusste genau, wo er die konservativen Slytherins, die sich dauernd um den Weiterbestand ihrer Gesellschaft sorgen, abholen musste, damit sie ihm folgen. Sie erinnern mich ein bisschen an die vielen Monarchisten, die es im Deutschland der der Zwischenkriegsjahre gab, die eigentlich keine Nazis waren, aber von Hitler genau dort abgeholt wurden, wo sie waren und sie so in seine mörderischen Pläne eingebunden hat. Aber ich schweife ab.

Wie ich in allen anderen Aufsätzen betont habe, sind die Slytherins die grossen Planer. Kein Haus bringt so viele brilliante Taktiker heraus, die ihre Ziele mit allen Mitteln, jedoch vor allem mit grossangelegten Plänen erreichen. Die Ziele ihrer Pläne ahnen meistens kaum, dass sie in Gefahr sind, bevor die Falle zuschnappt. Die Kunst der Occlumency ist eine Fähigkeit, die geradezu auf Slytherin zugeschnitten ist. Sie schaffen es, jedem Teil ihres Plans genau so viel zu verraten, wie die Person wissen muss und die Fakten immer so zu verwerten, dass sie immer gut wegkommen.

Das sind zweifelhafte Fähigkeiten – Macht korrumpiert und die Slytherins streben nach Macht, weshalb sie besonders leicht ihren Versuchungen erliegen. Aber mancher Slytherin verwendet dieses Fähigkeiten auch sowohl zum Eigennutz wie zum Gemeinwohl – zum Beispiel Slughorn, der sich zwar selber bereichert und gerne weiss, dass er Einfluss hat, gleichzeitig aber den verschiedenen Institutionen der magischen Gesellschaft immer neue, talentierte Menschen zuspielt. Solange Slughorn keine weitergehenden Absichten als seinen Komfort hat, können beide Parteien von seinem Einsatz profitieren.

Dass auch Gorillas wie Crabbe und Goyle in Slytherin sind, obwohl sie bisher weder diese taktische Intelligenz noch Ambition gezeigt haben, könnte daran liegen, dass die Tradition es gebietet, sie in Slytherin aufzunehmen. Denn in welchem anderen Hause hätten Crabbe und Goyle sonst besser Platz? Man kann ihnen insofern eine gewisse praktische Intelligenz zuschreiben, als dass sie wissen, dass sie es nie über Malfoys Bodyguards hinausbringen werden und sich deshalb an ihn halten. Wären sie in Gryffindor müssten wir noch erwarten, dass sie versuchen würden, die Welt von ihrem nichtvorhandenen Talent zu überzeugen.

Immer noch nicht ganz zuteilen kann ich die Aussage des Hutes, dass man in Slytherin echte Freunde finden würde. Vielleicht bin ich hier zu sehr von Voldemort geprägt, der nichts von Freunden hält. Was man aber in Slytherin garantiert erhält, ist eine Chance, wenn man den richtigen Hintergrund hat. Malfoy bietet Harry seine Freundschaft an, nachdem er erfährt, wer Harry ist. Es sind vielleicht nicht die tiefsten, loyalsten Freundschaften, aber zwei Slytherins, die ein gemeinsames Ziel haben, arbeiten sicher effektiver zusammen als zwei Leute der anderen Häuser.

Die Slytherins sind nicht böse – aber sie haben sich durch ihre Ideale vom Bösen verführen lassen. Sie sind elitistisch und herablassend, weil sie in einem alten, verkalkten Gebilde festsitzen, das sie selbst stützen. Im tiefen Innern sind sie Angsthasen, die sich vor nichts mehr fürchten als der Veränderung – einer Welt, in der sie ihre Position wieder suchen müssen, weil ihr Status sie ihnen nicht mehr garantiert. Jene Slytherin, die nicht aus den traditionellen Reinblutfamilien kommen, sind hingegen besonders ambitiös, da sie gerne ihren Platz in dieser exklusiven Gesellschaft verdienen wollen.
27.3.06 17:13


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Hogwarts Hausanalysen - Teil 3: Gryffindor

Gryffindor

Was der „sorting hat“ über Gryffindor sagt:

1. Buch:

You might belong in Gryffindor,
Where dwell the brave at heart,
Their daring, nerve and chivalry,
Set Gryffindor apart

4. Buch:

Bold Gryffindor, from wild moor,

By Gryffindor, the bravest were
Prized far beyond the rest;

‘Twas Gryffindor who fond the way

5. Buch:

Said Gryffindor, “We’ll teach all those
With brave deeds to their name”

While the bravest and the boldest
Went to daring Gryffindor.

Wenn man diese Charakteristika so durchliest, ist es eigentlich nur logisch, dass unser Held in Gryffindor zu finden ist. „Brave at heart“ sollen sie sein, die Gryffindors, im mutig im Innersten oder bis ins Innerste. (Ich finde die Beschreibung „at heart“ auch sonst interessant, weil es das Herz nennt, ein wichtiges Organ für Gryffindor) Der Mut in seinen verschiedenen Ausführungen ist in der Tat die einzig wiederkehrende Beschreibung für die Gryffindors. Wir lernen verschiedene Arten von Mut durch Gryffindors kennen: Harrys Mut, sich Voldemort und seiner Vergangenheit zu stellen, Ron’s Mut, sich im Schachspiel zu opfern, Hermiones besonnene Art, erst einmal einen Schritt zurückzugehen, bevor man sich ins Kampfgetümmel stürzt. (Band 5) Neben den drei Hauptcharakteren lernen wir mit Neville den Mut kennen, sich gegen seine Freunde zu wehren.

Mut kann aber auch leicht zu Übermut werden – wir lernen diese Seite in Gryffindor öfters kennen. Der Vorwurf Harry gegenüber, er würde sich mit aller Kraft ins Rampenlicht drängen, ist zwar in seinem Fall falsch – für die Gryffindors als Gruppe trifft er jedoch zu. Immer wieder begegnen wir Gryffindors, die lächerliche Dinge tun um Aufmerksamkeit zu kriegen (Ron oder die Weasley-Zwilinge z.B.), schwächere, die sich im Licht der stärkeren sonnen (Pettigrew) oder Percy, der sich mit seiner Familie überwirft um in seiner Karriere weiterzukommen. Obwohl alle Häuser ihre Art des Ehrgeizes haben, scheinen besonders Gryffindor und Slytherin hart um den Hauscup zu konkurrieren. Ich glaube, dies ist nicht deshalb so, weil diese beiden Häuser besser sind, sondern weil sie am ehrgeizigsten sind.

Übermut führt auch oft dazu, dass die Gryffindors glauben, die Regeln wären nicht für sie gemacht. Dieser Vorwurf muss sich Harry öfters von Snape anhören – und so sehr Harry diesen Lehrer auch hasst, Snape hat Recht. Wenn einem Gryffindor eine Sache wichtig ist, wird er dafür kämpfen, egal, was es kostet. Wenn er dabei gegen Regeln verstösst, nimmt er dies in Kauf, schliesslich kämpft er für die gerechte Sache. (Das Problem ist nur – was die gerechte Sache ist, liegt oft im Auge des Betrachters) Dieser Übermut kann sogar bis zu Arroganz ausarten, eine Charaktereigenschaft, die zumindest Sirius Black als Schüler ganz bestimmt hatte. Für einen Streich setzt er sogar das Leben eines Mitschülers und den Ruf eines Freundes (Lupin) aufs Spiel.
Nun wird der Einwurf kommen, dass auch Percy Weasley ein Gryffindor sei und dieser bestimmt nicht das Gefühl hätte, die Regeln seien nicht für ihn gemacht. Das stimmt, Percy Weasley verhält sich, als hätte er die Regeln gemacht.

Bescheidenheit mag eine Zier und Harry manchmal auszeichnen, aber der durchschnittliche Gryffindor lebt besser ohne sie. Ein Gryffindor muss sich nämlich vor allem beweisen. Ron vor seinen Geschwistern, Hermione vor den Lehrern, Harry vor Malfoy und Snape, Neville vor seiner Familie… Dabei schiesst er schon mal über sein Ziel hinaus. Es magt eine Art von Mut sein, wie Hermione in jedem Fach die Bücher auswendig lernt und dem Lehrer beweisen kann, wie klug sie ist – aber gleichzeitig wäre dieser ganze Aufwand auch nicht nötig. Hermiones Lernwille hat nicht die unschuldige Neugier der Ravenclaws – sie will die beste sein, dafür arbeitet sie. Ihre grösste Angst ist zu erfahren, nicht die beste zu sein.

Ein Gryffindor spielt fair – und wie der Sorting hat so schön sagt, pflegt er die Ritterlichkeit. Dieses Fairplay basiert aber nicht wie bei Hufflepuff auf Gutmütigkeit, sondern auf Edelmut. Edelmut, der einem auch herablassend vorkommen kann. Ein gutes Beispiel ist hier die Szene, in der Harry Pettigrew „begnadigt“: Er tut dies nicht aus Mitleid mit Pettigrew, sondern um die Ehre der Freunde seiner Eltern zu bewahren. Der Vorwurf, der Hermione Harry am Ende des 5. Bandes macht – er hätte dieses „saving-people-thing“, das „knight in a shiny armour“-Syndrom – trifft einen Punkt, der typisch für die Gryffindors ist. Ihr Mut ist zwar auch leise und jenseits des Rampenlichts – wenn sie sich jedoch noch schön in Szene setzen können, ist es umso besser. Nicht nur Harry leidet zuweilen an Selbstüberschätzung. Wie viele Gryffindors glauben, sie trügen die Welt alleine auf ihren Schultern? (Meine Theorie ist ja, dass Gilderoy Lockhart ein Gryffindor war. Er würde jedenfalls hervorragend dazupassen. Besser als in irgendein anderes Haus.)

Die Freundschaften der Gryffindors sind eng, aber nicht so bedingungslos wie sie mir bei den Hufflepuffs vorkommen. Es ist schwierig, ein klares Bild von Gryffindor zu bekommen, weil viele individuelle Charakterzüge mitspielen, die weniger mit dem Haus zu tun haben als mit der jeweiligen Persönlichkeit. Da die meisten Gryffindors erstmal mit dem Herzen und gerne auch aus dem Bauch heraus entscheiden, fehlt ihnen auch die slytherinsche Art des Pläneschmiedens. Wenn wir den Plan von Fred und George Hogwarts zu verlassen und Harry Zeit zu geben, mit jenem von Malfoy vergleichen, ist klar, dass Malfoy viel länger und ausführlicher daran geschmiedet hat. Fred und George planen bloss eine Ablenkung ein – Malfoys Plan umfasst die Reparatur des „vanishing cabinet“, Death Eathers in Hogwarts, einen Imperius-Fluch etc. Natürlich reicht der Plan von Fred und George auch aus – aber das grosse Intrigenschmieden ist eher eine Slytherinangelegenheit. Die Gryffindors beschränken sich eher darauf, diesen Plänen auf die Schliche zu kommen und die ersten zu sein, die den Plan durchschauen und entlarven.

Das ergibt schliesslich ein sehr zweischneidiges Bild von Gryffindor. Sie sind einerseits mutig, nobel und nervenstark. Sie schrecken vor keiner Herausforderung zurück und sind bereit, für ihre Werte zu kämpfen und sich dafür auch zu exponieren. Gryffindor ist auch der „Erfinder“ des „sorting hat“, was auf eine gewisse weise Voraussicht schliessen lässt. Dumbledore soll ein Gryffindor gewesen sein, auch er verfügt über viele Führungsqualitäten. Die mutigen Gryffindors eignen sich ausgezeichnet als Anführer um die man sich scharen kann und die sich nicht zu schade sind, die Leute, die ihr Vertrauen in sie setzen zu verteidigen.
Andererseits können Gryffindors auch zum Übermut, bis hin zur Arroganz neigen. Der grosse, für alle sichtbare Mut wird höher gewichtet als die Stille Loyalität. Sie müssen sich und der Welt etwas beweisen. Deshalb können sie sich nicht so leicht in eine Gruppe einfügen, in der gewisse Regeln für alle gelten müssen. Der Gryffindor tendiert dazu, zu denken, er wäre von den Regeln ausgenommen oder müsse sie besonders stark verteidigen, als personifiziertes Regelwerk quasi. Im Gegensatz zu den Slytherins scheinen die Gryffindors auch mit Vorliebe erst zu handeln und dann zu überlegen, was sie getan haben. Ich glaube nicht, dass ein Gryffindor ohne Anerkennung (von irgendeiner Seite) für seinen Einsatz leben kann – deshalb werden sie von Ruhm, Ehre und dem Glamour des Rampenlichts besonders angezogen. (Hier ist auch Lavenders Kommentar in Band 6 sehr bezeichnend – sie wirft Hermione vor, Ron nur dauernd im Krankenflügel zu besuchen, weil er gerade in aller Munde ist. Natürlich ist der Vorwurf gegenüber Hermione hier nicht berechtigt – aber mir scheint, als werfe Lavender Hermione hier ihre eigene Movation vor. Sie, Lavender, würde jetzt eigentlich gerne an Rons Seite sein und an seiner Aufmerksamkeit teilhaben. Das selbe gilt ja auch für Romilda, die unbedingt mit Harry ausgehen will.)
27.3.06 14:28


Hogwarts Hausanalysen - Teil 2: Hufflepuff

Hufflepuff

Was der „sorting hat“ über Hufflepuff sagt:

1. Buch

You might belong in Hufflepuff,
Where they are just and loyal,
Those patient Hufflepuffs are true,
And unafraid of toil

4. Buch

Sweet Hufflepuff, from valley broad

For Hufflepuff, hard workers were
Most worthy of admission

5. Buch

Said Hufflepuff, “I’ll teach the lot,
And treat them just the same.

Good Hufflepuff, she took the rest,
And taught them all she knew.

Wenn man sich die Liste so durchliest, erscheint einem die Zulassung zu Hufflepuff etwas zwiespältig: Einerseits sind die Grundvoraussetzungen, um ein guter Hufflepuff zu sein, sehr hoch, andererseits gibt es die Aussage, dass die gute Helga „den Rest“ genommen hat, der in keines der anderen Häuser passt.
Aber fangen wir von vorne an: Allein die fünf Eigenschaften, die beim ersten Lied des Hutes genannt sind, erscheinen mir sehr anspruchsvoll. Es muss ein guter Mensch sein, der gerecht, loyal, geduldig und treu ist und ausserdem keine Angst vor der Anstrengung hat. Diese Eigenschaften sind ausserdem breiter gefächert, als was z.B. für Ravenclaw gefordert wird. Der Grund, warum Hufflepuff den Rest nimmt, ist nicht, weil sie selbst keine Eigenschaften bevorzugt hätte (im 4. Buch sagt der Hut, harte Arbeit würde für sie zählen), sondern dass jene Eigenschaften, die Hufflepuff auszeichnen, sie dazu geführt haben, alle gleich zu behandeln.

Es macht niemanden zu einem besseren Zauberer oder besseren Menschen, wenn er besonders listig, mutig oder intelligent und damit zur Aufnahme in eines der anderen drei Häuser berechtigt ist. Ich habe sogar das Gefühl, dass die eigentlichen „Gutmenschen“ besonders gut nach Hufflepuff passen. (Ja, ich weiss, heutzutage ist „Gutmensch“ ein Schimpfwort – aber das passt vielleicht ganz gut zu Hufflepuff.)

Obwohl die erste genannte Eigenschaft „gerecht“ ist, würde ich „loyal“ als die Haupteigenschaft des Hauses Hufflepuff bezeichnen. Diesen Punkt habe ich ja bereits in meinem Ravenclaw-Text aufgezeigt: Ein Hufflepuff, der sich einer Person gegenüber verpflichtet, fühlt sich damit gebunden, die Verpflichtung einzuhalten – egal, in welche Schwierigkeiten ihn diese Verpflichtung später bringt oder bringen könnte. Ein Beispiel ist natürlich Cedric – er fühlt sich Harry gegenüber verpflichtet, sich für den Tipp mit den Drachen zu revanchieren. Im Labyrinth wiederum will er sich bei Harry dafür bedanken, dass er ihn vor der Spinne gewarnt hat. Obwohl die Regeln des Wettkampfes lauten, dass der erste, der den Pokal erreicht, gewinnt, besteht Cedric darauf, fair zu spielen. Das ist einerseits ein Ausdruck von einem guten ausgebildeten Sinn für Gerechtigkeit, aber eben auch Loyalität gegenüber seinem Helfer, einer, der sein Wort hält. Ich setze deshalb Loyalität über Gerechtigkeit, weil ich Zacharias Smith nicht als einen sonderlich gerechten Charakter wahrnehme. Sein Kommentar des 1. Quidditch-Spiels im 6. Band ist alles andere als fair und unvoreingenommen. Dennoch, Zacharias ist nicht die Person, die die DA verrät. Und er wäre kein Hufflepuff, wenn er es tun würde. Man kann den Quidditch-Kommentar so auslegen, dass er einerseits die Leute im Gryffindor-Team nicht sonderlich mag, andererseits aber auch, dass er es vielleicht als gefährlichstes Team im Kampf um den Pokal sieht. Loyalität gegenüber seinem Team würde dann gebieten, den schwierigeren Gegner zu demoralisieren. Denn obwohl Hufflepuff gerecht ist, scheint die Loyalität gegenüber den Freunden und dem Haus wichtiger zu sein als formell festgelegte Regeln. Ein weiteres Zeichen dieses bedingungslosen Zusammenhalts ist auch das Verhalten der Hufflepuffs im 2. Buch, als sie Harry für den Erben Slytherins halten und glauben, er hätte einen der ihren – Justin Finch-Fletchley – als sein nächstes Opfer auserkoren. Sie verteidigen ihren Freund, halten zusammen – aber Ernie Macmillian entschuldigt sich auch sofort, als Hermione angegriffen wird und er merkt, dass er Harry zu Unrecht verteidigt hat, loyal und gerecht.

Es ist kein Wunder, dass Hufflepuff von vielen Lesern herabgewürdigt und belächelt wird und auch innerhalb der Geschichte von den verschiedenen Charakteren als Verlierer angesehen werden. (Malfoy würde sich schämen, in Hufflepuff zu sein und als Cedric Hogwarts Champion wird, heisst es, dass Hufflepuff besonders stolz darauf sei, weil sie sonst schon wenig Aufmerksamkeit erhalten) Es ist auch im „wahren Leben“ oft so, dass die Gesellschaft stark auf diese stillen, hart arbeitenden Menschen zählt, die leise und loyal ihre Arbeit erledigen. Sie sind nicht glamourös und stehen selten im Rampenlicht – doch ohne sie würde es nicht funktionieren. Ein „wahrer“ Hufflepuff-Charakter lässt sich auch nicht leicht dazu verführen, etwas zu tun, das er selbst nicht verantworten kann. Ich denke, sie sind die Personen, deren Freundschaft man sich nur wünschen kann. Wie wir bei Zacharias Smith sehen, sind sie durchaus auch bereit, Kritik zu üben – ohne jedoch deshalb den Kritisierten gleich ihr Vertrauen zu entziehen.

Es ist wahrscheinlich dieser Mangel an Rampenlicht, an Glamour, den Hufflepuff zu einem unbeliebten Haus macht und der die anderen auf sie herabblicken lässt. Sie verlieren im House-Cup, sie verlieren im Quidditch und kein anderes Haus will mit ihnen verglichen werden. Es ist nicht so, dass die Hufflepuffs keine besonderen Fähigkeiten haben, sondern dass ihre Fähigkeiten im Wettbewerb weder zählen noch wahrgenommen werden, ja eher hinderlich sind. (Da versteht man auch die Frustration der Hufflepuffs, dass Harry auch noch die ganze Aufmerksamkeit als Hogwarts-Champion erhält, als endlich einer der ihren ins Rampenlicht gekommen wäre.)

Die Hufflepuffs sind gutmütige Gesellen, die eher mit dem Herzen und dem Bauch denken als dem Verstand. Also, zusammenfasst bedeutet Hufflepuff jede Menge sehr positiver Charaktereigenschaften, die man jedoch eher an Freunden schätzt, als dass man sie selbst anstrebt. Sie sind die Helden aus der zweiten Reihe, die es braucht, damit eine Unternehmung Erfolg haben kann. Gleichzeitig werden sie immer im Schatten der ambitiösen, listigen Slyhterins und der oft publikumswirksam mutigen Gryffindors stehen. Hufflepuff ist das Schicksal der meisten „kleinen Leute“. Das was niemand anstrebt, aber die meisten werden. Eine Position, die persönlichen Einsatz und Arbeit verlangt, ohne dass man dafür viel Applaus erwarten kann.
27.3.06 01:54


Hogwarts Hausanalysen - Teil 1: Ravenclaw

Ravenclaw

Der „sorting hat“ sagt uns folgendes über Ravenclaw:

1. Buch:
Or yet wise old Ravenclaw
If you’re a ready mind,
Where those of wit and learning,
Will always find their kind

4. Buch:
Fair Ravenclaw, from glen

For Ravenclaw, the cleverest
Would always be the best

5. Buch:
Said Ravenclaw, “We’ll teach those whose
Intelligence is surest

And only those of sharpest mind
Were taught by Ravenclaw

Zuerst also “wise” – obwohl es in diesem Kontext wohl mit „weise“ übersetzt werden sollte, finde ich es interessant, dass das Wort auch lediglich „klug“ heissen kann. Denn obwohl Ravenclaw als die weiseste der Gründer gilt, ist es doch Gryffindor, der die Idee hat, den „sorting hat“ zu kreieren. Das kann darauf hindeuten, dass Ravenclaw keine Person war, die sich besonders aktiv an Rivalitäten beteiligt – eine allgemeine Passivität scheint nämlich auch bei den heutigen Ravenclaws noch vorhanden zu sein. Ich habe im 5. Band nicht genau nachgeschaut, aber mir scheint, als würde sich kein Ravenclaw wirklich öffentlich hinter Harry stellen, in der Art, wie es z.B. Ernie Macmillian oder einige Gryffindors tun. Ja, ich weiss, Luna – aber Luna scheint einfach sagen zu wollen, dass sie ihm glaubt, ohne damit etwas anderes bewirken zu wollen.
Es ist in diesem Zusammenhang interessant zu vergleichen, wie Ernie Macmillian Harry seine Loyalität verkündet (der Hufflepuff) und wie es Luna und Cho tun. Ernie meldet sich etwas pompös, aber doch auf eine Art in der Qualität, die das Haus Hufflepuff schätzt: Seinen Freunden gegenüber loyal zu sein und zusammenzuhalten. Luna hingegen sagt es einfach so, wie sie es wahrscheinlich auch dem Autor eines Quibbler-Artikels nach einem misslungenen öffentlichen Vortrag sagen würde: sie glaube ihm. Cho sagt es Harry persönlich, aber nicht sofort vor allen Leuten, als würde sie sich davor fürchten. Die politische Motivation, die hinter Ernies Loyalitätsbekundung steht, fehlt bei Luna völlig und Cho scheint zu schüchtern dafür zu sein.

Ja, es ist kein Zufall, dass Marietta, eine Ravenclaw, die DA letztlich verrät. Man könnte fast sagen, es ist eigentlich dumm von Harry und Ron, erst zu glauben, es könnte Zacharias Smith gewesen sein. Ein Hufflepuff! Denn auch wenn er sich nicht gerade durch Fairness auszeichnet, Loyalität scheint das Hauptmerkmal von Hufflepuff zu sein. Von dem Zeitpunkt an, an dem Zacharias seinen Namen auf den Zettel geschrieben hat, konnte man eigentlich erwarten, dass er die DA zumindest nicht verrät. „Mitgegangen, mitgehangen“. Solche Gedanken scheinen Ravenclaws eher nicht zu haben. (Was auch die Konstruktion der Häuser logisch macht, neben der Opposition Gryffindor/Slytherin habe ich mich immer gefragt, wie es mit Hufflepuff und Ravenclaw steht. Obwohl die beiden Häuser keine Rivalität untereinander zu haben scheinen (das liegt wohl nicht so in ihrer Natur), sind sie doch das Gegenteil voneinander.) Buch 5 ist eine gute Informationsquelle für die Charaktereigenschaften der Häuser.

Die Ravenclaws scheinen auch eine gewisse Ehrlichkeit an sich zu haben. Wir hören z.B. nie von Hufflepuffs, dass sie Hagrid einen schlechten Lehrer finden, die Slytherins würden ihm nie im Leben eine Chance geben, die Gryffindors finden ihn nicht besonders gut - aber zumindest jene, die mit dem Trio gut auskommen, halten ihre Kritik zurück – wir erfahren nur von Luna, dass „sie in Ravenclaw“ ihn nicht für einen guten Lehrer halten. Sicher auch ein Zeichen von Lunas Direktheit, aber ich glaube, ebenfalls charakteristisch für eine Ravenclaw. Die Klügsten, mit dem schärfsten Verstand, die der „sorting hat“ nach Ravenclaw steckt, schalten ihren Verstand offensichtlich nicht aus, wenn es um die Lehrer geht. Ich kann mir vorstellen, dass viele von ihnen die Initiative des Ministeriums, die Lehrer zu beurteilen, grundsätzlich begrüsst hätten, aber vielleicht nicht mit der Person Umbridges als Inquisitorin.

Ein Aspekt von scharfem Verstand jedoch scheint den Ravenclaws ganz und gar zu fehlen – nämlich jenen Teil, der Slytherin ausmacht - „cunning“; Durchtriebenheit, List. Wir haben bisher keine Ravenclaws dabei beobachten können, wie sie grosse, durchdachte Pläne umsetzen um zu ihrem Ziel zu gelangen. Wäre Marietta z.B. eine Slytherin gewesen, hätten wir davon ausgehen können, dass sie die DA nicht einfach bei Umbridge verraten hätte, sondern dass alles mit einem listigen Plan aufgeflogen wäre. Ich weiss nicht, wie dieser Plan genau ausgesehen hätte – aber Voldemort und in kleinerem Masse auch Malfoy geben uns einen Hinweis, wie ein gut ausgearbeiteter Plan funktioniert. Dagegen scheint Mariettas Verrat kein besonderer Hinweis auf diese Art von Intelligenz zu sein.

Ich habe den Eindruck, dass dieser blinde Punkt für die Macht- und Intrigenspiele durchaus typisch für die Ravenclaws ist. Vielleicht ist es kein Zufall, dass Professor Flitwick jener war, der von Snape hinterrücks verhext wurde, als er ihn hat um Hilfe bitten wollen. Flitwick gilt als brillianter Duellist, aber er hat offensichtlich nicht erwartet, von Snape angegriffen zu werden. (Gut, fairerweise müssen wir sagen, dass der ganze Rest auch nicht darauf vorbereitet gewesen wäre. Trotzdem frage ich mich, ob sich McGonagall ebenfalls hätte überrumpeln lassen.)

Hingegen kann man den Ravenclaws weder die Intelligenz noch einen Lernwillen, eine wissenschaftliche Neugier, absprechen. Nicht nur werden diese Qualitäten vom „sorting hat“ besonders hervorgehoben – sie zeigen sich auch gerade in Luna besonders stark. Luna glaubt dem Quibbler – das kann man als Verblendetheit wahrnehmen – andererseits zeugt es aber auch von einer gewissen Neugier, sich mit den übrig gebliebenen Mysterien der Welt zu befassen. Sie erzählt schliesslich, dass sie mit ihrem Vater nach Norwegen fahren will um irgendeine dieser seltsamen mythischen Kreaturen zu erforschen. Es reicht ihr nicht, bloss an die Existenz dieser Kreaturen zu glauben – sie möchte schon beweisen, dass es sie gibt. Bei Cho ist diese Qualität nicht so sichtbar – mir fällt jedenfalls gerade keine Szene ein – aber sie müsste eigentlich irgendwo zu sehen sein, wenn man die DA-Sequenzen nochmals durchlesen würde.

Also, abschliessend würde ich sagen: die Ravenclaws sind klug, intelligent, vielleicht weise. Auf jeden Fall neugierig und im Kern ehrlich, sich selbst und anderen gegenüber. Gleichzeitig mangeln ihnen die drei Hauptqualitäten der anderen Häuser: Loyalität, Durchtriebenheit und Mut. Ich glaube, ein Ravenclaw kann sehr wohl mutig sein, wenn er von einer Sache überzeugt ist. (Lunas unausweichliche Überzeugung von ihren abstrusen Theorien kann z.B. als eine Art von Mut gesehen werden. Auch Cho, die nach Cedrics Tod ausgerechnet mit Harry ausgeht, zeigt Mut, dies zu tun. Ihre Art von Mut kommt mir aber nicht vor wie der Mut der Gryffindors. Es ist kein Mut, der reflexartig kommt, er ist wohlüberlegt) Loyalität kann es unter Freunden sicher geben, sie scheint jedoch sehr von äusseren Faktoren abhängig und nicht so bedingungslos zu sein, wie sie z.B. bei Hufflepuff gefordert wird, oder auch zwischen heldenhaften Gryffindors vorkommt. Durchtriebenheit scheint den Ravenclaws abzugehen – ihre Intelligenz verwenden sie lieber für reine Lernzwecke als für Machtspiele. Ihre Neugier ist rein, nicht von Machtstreben verdorben. Das lässt sie im Prinzip zu idealen Manipulationsobjekten für den aufstrebenden Slytherin zu machen. Dennoch haben wir diese Kombination bisher noch nicht erlebt. Vielleicht liegt des daran, dass die Ravenclaws auch am ehesten an Regeln glauben und man sie schwer davon überzeugen kann, diese zu brechen. Ich bin mir da aber nicht sicher, ob wir uns hier bereits auf Klischeekurs befinden.

Wenn wir die Art Entscheidungen zu treffen, charakterisieren würden, so ist klar, wie ein Ravenclaw arbeitet – sie sind in erster Linie Kopfmenschen, vielleicht auch zuweilen mit etwas Hilfe des Bauches (Luna auf jeden Fall). (Es gibt symbolisch: Kopf (Verstand), Herz (Gefühl) und Bauch (Intuition) – es handelt sich hier um Idealtypen. Kein Mensch trifft seine Entscheidungen ausschliesslich mit einem der drei symbolischen Organe, aber es kann mitunter sinnvoll sein, sie zu unterscheiden um den Einfluss der einzelnen Punkte zu erkennen).
27.3.06 01:51





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