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Euro 08

Schweizer feiern - am Jodlerfest

Gestern ging die Euro 08 zu Ende. Spanien hat gewonnen. Sie hatten kein einziges Spiel in der Schweiz. Sollte uns das zu denken geben?

Die Schweizer mussten sich ja immer wieder gegen den Vorwurf wehren, sie könnten halt nicht richtig feiern, deswegen sei die Stimmung an der EM08 nicht so toll gewesen wie an der EM04 in Portugal. Das mag sein. Ich war damals nicht in Portugal. Aber dass die Schweiz an sich schon feiern kann, sollte sie zufälligerweise genau letztes Wochenende beweisen.

Sozusagen in der 9. Host City, in Luzern, fand nämlich am Wochenende das eigenössische Jodlerfest statt. Da versammeln sich alle drei Jahre Jodlerinnen und Jodler, Alphonbläser und Fahnenschwinger aus der ganzen Schweiz an einem Ort und messen sich im friedlichen Gesangswettbewerb.

Schweizer Volksmusik und Brauchtum erlebte schon in den vergangenen zwei, drei Jahre einen richtigen Boom. Das, was dieses Wochenende in Luzern abgegangen ist, hat aller Erwartungen übertroffen. Über 350'000 Personen besuchten das Jodlerfest, weit mehr, als normalerweise in diesem Brauchtum aktiv sind. Vom Samstag auf den Sonntag wurde auf der Luzerner Seebrücke und in der Altstadt durchgefeiert. Jung und alt und nicht nur mit Jodlermusik.

Die Stimmung scheint - so wird berichtet - richtiggehend euphorisch gewesen zu sein. Und statt gröhlenden Fussballfans gab es halt Schweizer Jodler.

Man mag diese Musik gut oder schlecht finden - man merkt ihr auf jeden Fall an, dass sie von ganz tief innen kommt und das fasziniert auch immer mehr junge Menschen.

Ich habe dein Eindruck, dass meine Generation viel lockerer und unverkrampfter an diese Art der Musik herangeht und ganz ohne ideologischen Überbau und ohne pikierte Distanz darangeht und sich davon überraschen lässt. Es gibt heute in der Schweiz viele, die auf ihrem iPod neben Pop- und Rockmusik auch ein paar Stücke Schweizer Volksmusik haben - ohne viel Aufhebens darum zu machen. (Ich selbst gehöre auch dazu, obwohl ich mit Jodlerchören nicht so viel anfangen kann wie mit Örgelimusik. Das liegt wohl an der Herkunft.)

Genau deshalb wurde das Jodlerfest in Luzern auch zu einem vollen Erfolg - übrigens wie die Euro 08 auch. Und während die Schweiz im Fussball wirklich besch...eiden ist, war sie im Jodeln Weltklasse. Wie an der EM auch, reisten die meisten Besucher übrigens mit der Bahn an. Darin sind wir wirklich ungeschlagen!
30.6.08 12:06


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Das letzte EM-Spiel in der Schweiz

Wenn das Spiel Türkei - Deutschland vorbei ist, ist die EM für die Schweiz definitiv vorbei. Der zweite Halbfinal und der Final am Ende finden in Wien statt, damit ist das Spiel in Basel heute das letzte Spiel auf Schweizer Boden.

Der Schiedsrichter der Partie ist ebenfalls Schweizer - er hatte sich Chancen auf den Final ausgerechnet, ihn aber nicht bekommen - also geht auch für ihn die EM heute zu Ende.

Irgendwie stimmt mich das melancholisch. Das ging so schnell vorbei - nachdem im Vorfeld so lange davon gesprochen wurde. Die Fanartikel kann man hier schon längst stark reduziert kaufen. Aber ein bisschen Normalisierung in der Innenstadt (spätestens nach dem Final) ist auch nicht unerwünscht.

Und jetzt konzentriere ich mich wieder auf das Spiel.
25.6.08 20:55


Tour de Suisse - Grossereignis am Rand des Grossereignis

Während in den grossen Schweizer Städten und in ganz Europa vor allem über die Fussball-Europameisterschaft sprechen, gab es hier in Uri heute nur ein Thema: Die Tour de Suisse.

Im Schatten des grossen Fussballereignisses findet nämlich hierzulande noch ein zweites grosses Sportereignis stattfindet. Die Tour de Suisse ist für viele Radrennfahrer der letzte Test vor der Tour de France - deswegen auch die Wichtigkeit der eher kleineren Tour.

Obwohl der Radsport seit den vielen Dopingaffären sehr geschwächt ist, hat der Halt des Trosses am Klausenpass immer noch einen Grossaufmarsch ausgelöst.

Spannend war vor allem zu beobachten, dass vor dem Rennen viele Urner selbst mit dem Velo auf den Klausen gefahren sind um dann am Strassenrand auf die Profis zu warten. Nicht wenige haben ihre eigene Zeit am Pass getestet um hinterher vergleichen zu können, wie weit sie hinter den Profis zurückliegen.

Einige haben sogar lakonisch gesagt: "Die anderen Strecken sind heute leer."

Denn auch das Wetter spielt endlich mit. Pünktlich zum astronomischen Sommerbeginn haben hier auch die Sonne und warme Temperaturen Einzug gehalten.

An der EM wird jetzt nur noch ein Spiel in der Schweiz stattfinden, der Halbfinal Deutschland - Türkei in Basel, dann ist der grosse Spuk dann definitiv vorbei. Und jetzt, da die Holländer auch noch ausgeschieden sind, habe ich auch niemanden mehr, für den ich mitfiebere...
22.6.08 00:16


Schweizer Fussball-Anglizismen

Normalerweise stört mich das aus England und den USA importierte "Neu-Deutsch" ja eher und ich versuche sie zu vermeiden. Im Fussball jedoch zieht sich mir alles zusammen, wenn ich in Schweizer Zeitungen von "Toren" und "Elfmetern" lesen muss. Denn es zeigt an, dass es entweder von einem Deutschen geschrieben wurde oder von jemandem, der sich mit der Schweizer Eigenart nicht auskennt.

In der Schweiz wurden die Fussballbegriffe nämlich, wie viele andere Fachbezeichnungen, nie eingedeutscht. Das heisst, wir sprechen von "Goal", "Penalty" und "Offside" - schon seit in der Schweiz Fussball gespielt wird. Es könnte sein, dass es daran liegt, dass Fussballspiele unter Mannschaften der vier Landessprachen möglich sein müssen.

Ich bin jedenfalls mit diesen Begriffen aufgewachsen. Ich wurde wegen meiner Grösse öfters dazu verbannt, Goalie zu spielen - nicht Torhüter. Wenn von Torhütern gesprochen wird, fühlt sich das für mich fremd an.

Dennoch fällt mir diese "Unsitte" in letzter Zeit in der Schweizer Presse immer häufiger auf. Ist das vorauseilende Anpassung an die deutschen Gäste, die gerade in Basel spielen? Oder ist das doch die schleichende Germanisierung der Schweiz, vor der sich so viele hier fürchten?
19.6.08 21:21


Auf wiedersehen, Oranje!

Gestern war das letzte Spiel der Holländer in Bern - auch das letzte EM-Spiel in Bern überhaupt an dieser Europameisterschaft. Die Schweizer Finalspiele werden ausschliesslich in unserem grössten Stadion in Basel ausgetragen, jene in Österreich finden in Wien statt.

Auch gestern war die Stadt noch einmal ganz in Orange getaucht - obwohl sich die Holländer eigentlich schon im Spiel gegen Frankreich für die Viertelfinals qualifiziert hatte. Bern und die Holländer, das scheint auf beiden Seiten eine grosse Liebesgeschichte zu sein. Man schüttet sich mit Komplimenten voll - und der holländische Fanclub hat bereits versprochen, dass man einen allfälligen Titelgewinn in Bern feiern würde.

Mittlerweile freut sich bereits Basel auf die Orange Invasion, denn dort werden die Oranje ihren Viertelfinal spielen.

Etwas getrübt ist die Freude allerdings, wenn man liest, warum man sich in den Medien so über die Holländer freut. Es ist nicht etwa die tolle Stimmung oder die Tatsache, dass in Bern während drei Tagen total friedlich gefeiert werden konnte... es wird dauernd, nicht ohne Stolz, betont, dass in Bern das Geschäft in den Fanzonen als einzige der Schweizer Host Cities rund läuft. Wenn man nur die Zeitung liest, könnte man fast den Eindruck erhalten, in Bern hätte man sich nur über die holländischen Gäste gefreut, weil sie fleissig Geld liegengelassen haben. Das ist noch etwas, was mich an den Schweizern richtig nervt: die hohle Hand machen und abkassieren können wir wirklich gut.

Denn die allermeisten Berner haben keinen Rappen daran verdient, dass die Holländer hier waren - und haben sich trotzdem so darüber gefreut, dass sie sich mit ihnen verbrüdert haben und selbst orange T-Shirts angezogen und mitgefeiert haben. Es ist eigentlich schade, dass es ein ausländisches Team brauchte um die gemächlichen Berner in Festlaune zu versetzen. Aber wie immer bei den Schweizern: Wenn der Knopf mal aufgegangen ist, dann sind wir die letzten, die nachts nach Hause gehen. (Und am nächsten Morgen ist trotzdem wieder alles sauber - aber davon hatten wir ja schon.)

Ich hoffe jedenfalls, dass man sich in Basel auch ein wenig über die Party freut, die demnächst (auch beim Viertelfinal Portugal - Deutschland) steigen wird - statt bloss darauf zu spekulieren, endlich so viel Bier und Cervelats zu verkaufen, wie man es sich vor der EM erhofft hatte.

Theoretisch bestand übrigens kurz noch die Chance, dass die beiden Viertelfinalspiele in Bern statt Basel stattfinden würden - dann nämlich, wenn es Basel nicht mehr rechtzeitig geschafft hätte, nach der Sintflut vor einer Woche den Rasen zu ersetzen. So toll es für die Stadt gewesen wäre - für die Fans wärs ein Desaster geworden: Basel hat nämlich 12'000 Plätze mehr im Stadion als Bern. Plätze, für die bereits Tickets verkauft worden sind.
18.6.08 21:09


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